Die Lavant soll in einen See fließen
Der GR Heidrun Traußnig schwebt am Trattl an der Lavant ein künstlicher See vor. Die anderen Parteien zeigen sich skeptisch.
Wolfsberg. Wer an tropischen Tagen oder lauen Nächten im „Café Orpheo“ sitzt oder an der Lavant entlang flaniert, der kann ein Lied von diesem Bild singen. Mit diesem „Schandfleck“, wie ihn die fraktionslose Gemeinderätin Heidrun Traußnig nennt, ist der fast vertrocknete Arm der Lavant im Bereich zwischen der Radlstegbrücke bis zur Bayerhofenbrücke gemeint.
„Besonders in Trockenzeiten gleicht dieser sowohl für Einheimische als auch Durchreisende einsehbare Bereich einer richtigen ,Gstättn‘“, meint Traußnig. Meterhohes Unkraut, ein dünnes Rinnsal und ein Unrat von alten Autoreifen, kaputten Fahrrädern und weggeworfenen Plastikflaschen würden dem Spaziergänger ins Auge stechen. Da das Wasser auf der anderen Seite für den Betrieb eines Kraftwerks im Fluder geführt wird, sind die bestehenden Fischaufstiegshilfen auf Grund von Wassermangel außer Funktion.
Mehr Flora und Fauna
Um den Ort attraktiver zu machen, schwebt Traußnig die Errichtung eines Walls aus Steinen oder Beton unter der Bayerhofbrücke vor. „Danach könnte dieser Abschnitt mit Wasser befüllt werden, sodass eine Art künstlicher See entsteht“, erklärt sie ihren Plan. Dass aus der betroffenen Stelle ein sehens- und lebenswerter Ort wird, wünschen sich auch die Wolfsberger Grünen. „Wir wollen auch, dass die in diesem Bereich verwahrloste Lavant wieder ein Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanzen wird“, so Gemeinderätin Monika Eichkitz. Keinen Gefallen am derzeitigen Zustand des Bachbettes hegt auch Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz (SPÖ): „In den nächsten Wochen bekommen wir von der Abteilung 18 vom Land Pläne in Sachen Hochwasserschutz präsentiert, das müssen wir abwarten.“
„Ganze Stadt wäre gefährdet“
„Eine gewagte Idee“, nennt Wolfsbergs Baustadtrat Vize-Bürgermeister Heinz Hochegger (FPK) Traußnigs Idee. Der von Norden aus gesehene rechte Arm der Lavant sei laut Hochegger „ein Sicherheitsventil“ im Falle eines Hochwassers. „Wenn bei einem aufgestauten See ein Hochwasser kommt, wäre die ganze Stadt gefährdet“, meint Hochegger. Für keine Stellungnahme für die WOCHE erreichbar war Innenstadt-Stadtrat Mario Woltsche (ÖVP).

