Der Winter 2011 kommt uns billig
Kein Schnee, keine Schneeräumung. Die Gemeinden sparen sich dadurch bis zu 290.000 Euro.
petra.moerth@woche.at
Des einen Freud’, des anderen Leid: Während sich die Skigebiete über den Schneemangel ärgern, sparen Land und Gemeinden bei der Schneeräumung. Denn: Der Winter 2011 kommt bislang äußerst günstig daher …
Die Marktgemeinde Lavamünd hat sich beim Winterdienst in den Monaten Oktober, November und Dezember 2011 im Vergleich zum Vorjahr 128.000 Euro erspart. „Auf Grund des geringen Niederschlages haben wir heuer erst 49.000 Euro verbraucht“, so Hannes Kienberger, der Leiter des Bauhofes. Diese Summe inkludiert den Materialaufwand, die Personalkosten sowie Fremdvergaben. „Wir haben Verträge mit Bauern, die uns beim Winterdienst helfen.“
Fast 300.000 Euro weniger
Noch größer ist die Ersparnis in dem Bereich in der Bezirkshauptstadt Wolfsberg. „Im Vergleich zu Oktober, November und Dezember 2010 haben wir uns heuer 290.000 Euro erspart“, verkündet Tiefbau-Stadtrat Harald Trettenbrein (FPK). In einem „normalen“ Winter würde der Winterdienst – inklusive Materialaufwand, Personalkosten und Fremdvergaben – die Stadt Wolfsberg zwischen 450.000 und 750.000 Euro kosten. „Was am Ende des Winters übrig bleibt, fließt danach wieder zurück ins Budget.“
Rund 290.000 Euro hat die Stadt St. Andrä im Budget für den Winterdienst 2011/2012 reserviert. „Wir haben bis jetzt bei der Schneeräumung 95 und beim Streudienst 50 Prozent gegenüber 2010 erspart“, so Mario Brenner, der stellvertretende Leiter des Bauhofes.
Abgerechnet wird zum Schluss
„Wir ersparen uns relativ viel“, so Volker Bidmon, der Leiter der Abteilung 9 (Kompetenzzentrum Straßen und Brücken) des Landes. „Seriöse Zahlen kann ich nicht liefern, da erst am Ende des Winters eine Bilanz möglich ist.“ Aber: „Ein starker Schneetag kostet kärntenweit 300.000 Euro. So einen gab es heuer noch nicht. Selbstverständlich ist ein milder Winter günstiger.“
ZUR SACHE. WINTERDIENST IN KÄRNTEN
Beeindruckend sind die Eckdaten für den Winterdienst in Kärnten: So gibt es bei uns 5.759 Räumungskilometer. Rund 500 handwerkliche Bedienstete stehen dafür in 17 Straßenmeistereien zur Verfügung. Die Gerätschaft, die einsatzbereit steht, besteht aus: 74 LKWs, 62 Unimog, 130 Streuer, ca. 130 Pflüge und Sondergeräte wie Schneefräsen, Bagger, Lader und Schleudern.

