Ein Zeichen gegen „Fast Food“

Die größte Lavanttaler Rock-Band „.sPout.“ rund um Bandleader Aaron Schüßler (hinten li.) geht im Sommer auf Abschiedstournee Foto: KK
 
Der Gitarrist Aaron Schüßler beim „Nova Rock“-Festival im Jahr 2010 in Aktion Fotos: KK (2)

Das andere WOCHE-Interview: Gitarrist Aaron Schüßler über die Auflösung der Rock-Band „.sPout.“.

petra.moerth@woche.at

WOCHE: Warum trennen sich „.sPout.“ – Sänger Stefan Unterweger, Bassist David Schwarz, Schlagzeuger Heimo Glatzl und Gitarrist Aaron Schüßler – nach 14 erfolgreichen Jahren?

SCHÜßLER: Wir sind alle mittlerweile über 30 Jahre alt und haben seit unserem 18. Lebensjahr unseren Lebenstraum gelebt. Statt im Trattlpark abzusandeln wollten wir Musik machen. Wir haben das von Anfang an sehr ernst genommen. Und: Wir haben alles, was man in Österreich als Rock-Band erreichen kann, erreicht.

An welche Meilensteine eurer Karriere erinnern Sie sich besonders gerne zurück?

Das größte Festival Österreichs, „Nova Rock“, haben wir dreimal beschallt, Festivals in Wiesen, wie das „Two Days a Week“ oder das „Forest Glade“ standen fast jährlich auf unserem Tournee-Plan. Unsere CDs wurden in den Regalen der Plattenläden neben internationalen Stars wie „AC/DC“ oder „Metallica“ gereiht. Unsere Videos wurden auf „MTV“ von Europa bis nach Asien ausgestrahlt. Wir haben Konzerte in England und Russland gespielt – das war einzigartig.

Euer Erfolg kann sich wirklich sehen lassen. Welches Erlebnis würden Sie dennoch als das Highlight schlechthin bezeichnen?

Wahrscheinlich die drei Auftritte beim „Nova Rock“. Denn bei dieser Veranstaltung handelt es sich um das mit Abstand kompakteste und am besten organisierte Festival Österreichs. Wir haben dort beispielsweise Slash von „Guns’N’ Roses“ oder Lemmy von „Motörhead“ hautnah kennen gelernt. Oder etwa mit den Jungs von „Deichkind“ und „Clowfinger“ gefeiert.

Was war eigentlich das Markenzeichen von „.sPout.“?

Uns haben weder Lob noch Kritik imponiert und dazu gebracht, etwas zu ändern. Wir haben das gemacht, was wir machen wollten. Der Erfolg hat uns recht gegeben.

Es wird eine Abschiedstournee geben. Stehen die Konzerte schon fest?

Wir werden im Sommer noch bei österreichischen Festivals auftreten. Außerdem beschallen wir das „Rock den See“ auf der Freizeitanlage St. Andrä und gehen mit dem „Red Bull Brandwagen“ auf Tour.

Wie beurteilen Sie generell Wolfsberg als Musikstadt?

Wolfsberg hat definitiv eine der quantitativ und qualitativ hochwertigsten Rockszenen. Die Musikschule Wolfsberg fördert junge Rockmusiker. Ein Dank gilt auch dem Jugendkulturzentrum (JUZ), dass regelmäßig Nachwuchs-Bands als Support Acts für etablierte Formationen engagiert.

Was würden Sie dennoch in Wolfsberg verbessern?

Es gibt zu wenige Proberäume, die von der Stadt gefördert werden. Für rund 30 Bands steht im JUZ exakt ein Proberaum zur Verfügung. Hier müssen die verantwortlichen Politiker ermahnt werden.

Wie wirkte sich euer Erfolg auf den Nachwuchs aus?

Wir von „.sPout.“ und die Kollegen von „Cleave“ haben gezeigt, dass man auch aus diesem „Kaff“ heraus den Sprung schaffen kann.

Sie gelten auch abseits der Musikbranche in Ihrer Werbeagentur als kreativer Kopf. Woran arbeiten Sie eigentlich zurzeit?

Ich konzentriere mich sehr auf mich selbst. Um mit einem Tapetenwechsel neue Inspiration zu tanken, habe ich mir eine Wohnung in Graz genommen. Meine Werbeagentur bleibt aber ganz normal bestehen.

Sie haben das Webdesign für das „Kunsthaus Lavanttal“ entworfen. Warum fällt der Rundgang im virtuellen Museum so komplex aus?

Wir haben das Portal mit Absicht nicht so ganz einfach gestaltet. Kunst darf auch im Internet-Zeitalter nicht zum „Fast Food“ verkommen.

ZUR PERSON:
Name: Aaron Schüßler
Geburtsdatum: 3. April 1978
Wohnort: St. Stefan
Beruf: Unternehmer
Familienstand: ledig
Hobbys: US-Cars, Vespas und der irische Wolfshund „Maja“

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