Der in Baierdorf bei Anger lebende Biologieprofessor engagiert sich seit vielen Jahren für Projekte in einem Dorf in Benin (Westafrika).
Yeriboundée – ein Dorf in Benin
Als Bernd Strauß 1995 mit dem Fahrrad durch Westafrika streifte, blieb er in einem kleinen gastfreundlichen Dorf hängen. Yeriboundée liegt im Norden Benins. Etwa 50 Familien leben auf einer Anhöhe mit felsigem Untergrund in der Savanne. Ihre Lebensgrundlage bildete damals die reine Selbstversorgung. Bis 2004 lieferte ein kleines Rinnsal – etwa ein Kilometer außerhalb des Dorfes – das Trinkwasser für die Menschen. Frauen trugen das im Dorf benötigte Wasser von der Wasserstelle auf dem Kopf in ihre Hütten. Durch den Gebrauch dieses Oberflächenwassers waren eine Vielzahl von Krankheiten und eine hohe Kindersterblichkeit die Folge. Seitdem hat sich einiges verändert.
Ein Europäer als Strohhalm
Seit 1997 hielt Bernd Strauß zahlreiche Lichtbildvorträge über seine Erfahrungen in Westafrika. Die Erlöse aus diesen Vorträgen finanzierten einen Brunnen in Yeriboundée. „Neben der wertvollen Begegnung mit den Menschen war für mich eine zwar nicht ganz überraschende aber wichtige Erfahrung an dem Projekt, dass geringe Geldsummen in der Lage sind unheimlich viel zu bewirken. Geld war nur der Anstoß für die Menschen in Yeriboundée selbst aktiv zu werden“, erläutert Bernd Strauß.
Brunnenbau
Es dauerte rund sieben Jahre bis der Brunnen gebaut war. Er liefert heute frisches, klares Wasser aus einer Tiefe von 70 Metern. Nach mehreren vergeblichen Bohrungen wurde der Brunnenbau als belgisches Entwicklungshilfeprojekt verwirklicht. „Seit wir einen Brunnen haben, sind viele Krankheiten gebannt“, erklärt Innocent, ein Dorfbewohner. Er konnte sich von Anfang an auf Französisch mit Bernd Strauß verständigen und fungierte als Dolmetscher zur Bevölkerung.
Schulbildung
Französisch sind auch die Schulbücher, die jetzt seit Oktober 2008 in der neuen Schule benutzt werden. Da aus dem Brunnenprojekt noch Geld übrig geblieben war, entschieden sich die Bewohner im Rahmen einer Dorfversammlung für den Bau einer Schule. Sie erlebten wiederholt, wie beschämend es ist, zu Banken oder Ämtern zu gehen und als Analphabeten nicht ernst genommen zu werden. In der Schule werden die sechs- bis achtjährigen Kinder unterrichtet, für die der Schulweg sonst zu weit ist. Hier bekommen sie das Basiswissen, das sie brauchen, um dann in einer weiter entfernten Schule dem Unterricht folgen zu können. Das Schulgebäude mit zwei Klassenzimmern wurde von den DorfbewohnerInnen selbst errichtet. Die Betonziegel wurden selbst gemacht. Wissenswert: Ein aus Nigeria importierter Zementsack kostet gleich viel wie in Österreich. Das Dach der Schule ist aus Wellblech. Für die Bevölkerung ist das Schulgebäude ein Symbol des Fortschritts. Der Lehrer für die Schule wurde bisher von drei Dorfgemeinschaften bezahlt. Ein offizieller Lehrer wurde von Seiten der Schulinspektoren versprochen.
Hilfe zur Selbsthilfe
Bernd Strauß war 1995 zum ersten Mal in diesem Dorf, zuletzt 2005. Der Kontakt ist zwar immer aufrecht, aber umständlich per Brief und Telefon. Heuer möchte er wieder das westafrikanische Dorf besuchen. „Der Brunnen und die Schule sind Ergebnis der Anstrengung der Frauen und Männer von Yeriboundée. Es war eine Erfahrung, auf die sie stolz sind“, hält sich Bernd Strauß selbst im Hintergrund. Die Menschen aus Yeriboundée danken allen Freunden in Österreich, die über Beiträge bei Diavorträgen den Bau des Brunnens möglich machten. Die Jugend von Yeriboundée dankt allen SchülerInnen der HAK Weiz, die den Bau der Schule ermöglichten.
Patenschaft für das Dorf
Bernd Strauß möchte seine Kontakte und sein Wirken in Yeriboundée neu ausrichten. Er strebt an, dass eine oststeirische Gemeinde als Partner die Patenschaft für Yeriboundée übernimmt.
Ziel wäre es in erster Linie, dass sich die Menschen in diesem Dorf nicht im Stich gelassen fühlen.









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