Unterschriften-Welle gegen GKB-Fahrplanänderung

Voitsberg: Voitsberg | Schon LAbg. Karl Petinger hatte vor Wochen Alarm geschlagen, als die Fahrplanänderung der GKB bekannt wurde. Denn ab Dezember soll der Zug von Köflach nach Graz, der um 6 Uhr wegfährt, nicht mehr um 6.44 Uhr am Grazer Hauptbahnhof ankommen, sondern um 6.58 Uhr. Das bedeutet eine massive Verschlechterung für zahlreiche Pendler aus dem Bezirk Voitsberg.
Die Ligisterin Karla Muhri griff jetzt zur Selbsthilfe. „Ich habe mehr als 100 Unterschriften im Zug von Graz nach Köflach gesammelt, fast alle Pendler sind der Meinung, dass diese Umstellung ein gravierender Nachteil ist.“ Auch Muhri selbst ist von der Änderung betroffen. „Ich beginne um 7.15 Uhr in Graz mit der Arbeit. Mit der Ankunft um 6.44 Uhr schaffe ich das gerade, um 6.58 Uhr ist das für mich unmöglich.“ Damit müsste Muhri wie so viele Weststeirer mit dem Zug um 5.45 Uhr von Köflach wegfahren und würde bereits um 6.25 Uhr in Graz ankommen. Auch die Arbeitnehmer, die um 7 Uhr in Graz beginnen, nehmen großteils den Zug mit der Abfahrt um 6 Uhr in Köflach.

„Da ich keine Gleitzeit habe, heißt das für mich, dass ich in Graz 20 Minuten warten kann. Wozu soll das gut sein?“ Muhri ging alle Zugabteile durch und bat um Unterschriften. „Die Leute, die geschlafen haben, habe ich natürlich nicht aufgeweckt. Aber ich habe trotzdem mehr als 100 Unterschriften beisammen.“
Gestern übergab Muhri diese Listen an LAbg. Karl Petinger und dem FSG-Vorsitzenden des Bezirks Voitsberg, Stadtrat Kurt Christof. Außerdem schickte sie die Unterschriften an die zuständige Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder, an Werner Reiterlehner von der zuständigen Fachabteilung des Landes, an die GKB, an die Arbeiterkammer und an den ÖGB. „Ich weiß schon, dass diese Aktion vielleicht zu knapp vor den Wahlen kommt, aber die Landesregierung löst sich ja nicht sofort auf, sondern arbeitet noch einige Wochen weiter. Ich hoffe sehr, dass diese vielen weststeirischen Stimmen auch gehört werden“, so Muhri. „Ich bin mir sicher, dass ich noch weitere Unterschriften zusammenbringe, wenn das notwendig sein sollte. Denn der Unmut ist sehr groß.“

Das Argument für die Fahrplanänderung, dass mit der Ankunft um 6.58 Uhr die Gäste bessere Umsteigmöglichkeiten hätten, lässt Muhri nicht gelten. „Es mag schon sein, dass ein ganz geringer Prozentsatz dadurch Vorteile hat, aber laut meinen Recherchen im Zug 8406 fährt kaum jemand weiter, die meisten fahren zur Arbeit nach Graz.“

Muhri, aber auch Petinger und Christof befürchten nun, dass die neue Ankunftszeit um 6.58 Uhr viele Weststeirer wieder dazu animiert, mit dem Auto nach Graz zu fahren. „Das ist völlig kontraproduktiv, denn wir wollen ja mit dem Ausbau der S-Bahn erreichen, dass immer mehr Menschen in die Züge steigen. Da brauchen wir keine Änderungen, die das Gegenteil provozieren“, sagt Petinger, der Muhris Aktion unterstützt.

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