Arbeitsgruppe mit fünf Mann

Auch Graden kämpft um die Schule, sie soll im Juli 2013 geschlossen werden. Woche/HAL

Voitsberg: Voitsberg | Salla-Bgm. Sigi Steurer ist Mitglied der
Arbeitsgruppe gegen die Schließung von Kleinstschulen.


In Leoben kam es am Donnerstag zu einer Geheimsitzung der betroffenen Bürgermeister, die gegen die Schließung von Kleinschulen in diesem oder im nächsten Sommer protestierten. Geheim deswegen, weil die Presse nicht eingeladen war.
Von den 38 betroffenen steirischen Gemeinden geben sich 23 kämpferisch. Deren Bürgermeister wollen die Schließung nicht akzeptieren. Daher wurde eine Arbeitsgruppe mit fünf Personen gebildet, die mit den steirischen Spitzenpolitikern reden und verhandeln will und notfalls auch weitere Maßnahmen setzen wird. Dieser „Task Force“ der Kleinstschulen gehören an: Die Bürgermeister Johann Fuchs aus Stein bei Fürstenfeld, Hans Scheuch aus Neudorf bei Passail, Karl Brandner aus Kleinsölk, Sigi Steurer aus Salla und der Deutschlandsberger Gunther Riedlsperger, der sich als Sprecher der L601 Neu in seinem Bezirk schon einen Namen gemacht hatte.
„Wir wollen nicht, dass es eine Schulreform auf den Rücken unserer Kinder wird“, sagt Steurer. Die Wegzeiten für die Schulkinder dürfen ja nicht mehr als 30 Minuten betragen. Laut Steurer gibt es aber Kinder in allen 23 Gemeinden, wo die Wegzeiten deutlich länger sind. „Mit dieser Reform machen wir die Jüngsten unserer Gesellschaft zu Pendlern. Ich habe ein Kind, das zusammen mit den Wartezeiten auf die Busse 5:45 Stunden täglich unterwegs ist. Denn das hat die Expertenkommission nicht bedacht, dass man auch die Buszeiten einberechnen muss.“ Angeblich beträgt der Durchschnitt der Kinder inklusive Wartezeiten zwei Stunden pro Wegstrecke.
„Diese Kinder werden schlechter gestellt als andere, weil sie viel weniger Freizeit haben. Wir geben Milliarden für Dinge aus, wo wir uns fragen müssen, ob das überhaupt Sinn macht, aber die drei Millionen Euro für die Kleinstschulen in der Steiermark sind zuviel. Sozialpädagogische Studien besagen, dass in diesen Schulen unbezahlbare Arbeit geleistet wird.“
Die „Task Force“ setzt nun auf Gespräche mit den Spitzenpolitikern LH Franz Voves, LH-Stv. Hermann Schützenhöfer und LR Elisabeth Grossmann. Außerdem wurde ein Verfassungsjurist gebeten, sich die Bescheide, wenn die Schulschließungen amtlich sind, ganz genau zu prüfen. „Wir werden alle Rechtsmittel ausschöpfen“, sagt Steurer.
Sollte das alles nichts nützen, dann wird auch ein Protestmarsch nach Graz ins Auge gefasst. „Das ist aber wirklich das allerletzte Mittel. Ich hoffe nicht, dass es zum politischen Bruch mit uns Bürgermeistern kommt.“ Vom Bezirk Voitsberg waren auch die Bürgermeister von Pack und Graden bei der Sitzung in Leoben.

Harald Almer

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