Insolvenzentwicklung für das Halbjahr 2010 Österreich/Kärnten

Minus bei Firmeninsolvenzen
Plus bei Privatinsolvenzen

Während österreichweit die Unternehmensinsolvenzen um 6% zurückgehen („nur“ mehr 27 pro Tag), gibt es eine leichte Zunahme bei Privatinsolvenzen (+1% und 43 Insolvenzen pro Tag).

Rainer Kubicki, Geschäftsführer von Creditreform: „Die heimischen Unternehmen haben dank der erfolgreichen Jahre zuvor der Krise gut getrotzt.“ Viele Unternehmen haben es dank der relativ guten Ausstattung von Eigenkapital und ihrer Anpassungsfähigkeit (Sichtwort Kurzarbeit) geschafft am Markt zu bestehen. Die Regierung half den Unternehmen zusätzlich mit Konjunkturpaketen aus. Erfreulich: Kärnten befindet sich unter den vier Bundesländern in denen die Insolvenzverfahren massiv zurückgegangen sind!
Burgenland (-25%), Steiermark (-16,4%), Tirol (-15,2%), Kärnten (-13,4%) .
Doch Kubicki gibt zu Bedenken: „Zum Verschnaufen bleibt keine Zeit. Risikomanagement bleibt das Gebot der Stunde.“
Negativbeispiel Wien: mit über 12 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen nimmt das Bundesland den Spitzenplatz für Insolvenzverfahren ein.

Als Hauptgrund für Privatinsolvenzen wird der falsche Umgang mit Geld genannt, der seinen wahren Ursprung jedoch in der Arbeitslosigkeit vieler Menschen hat. Auch massive Einkommensverschlechterungen oder aber private/familiäre Probleme tun ihr übriges, dass sich so mancher Erwachsene vor dem finanziellen Aus wiederfindet. Österreichweit sind im Schnitt 8 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig. In Hinblick auf die Bundesländer fällt die Steiermark mit der höchsten Zunahme an Privatinsolvenzen auf: + 10,9%. Spitzenreiter bei der absoluten und relativen Zahl an Privatinsolvenzen ist Wien: 2.033 Fälle insgesamt, das macht einen Schnitt von 15 Insolventen pro 10.000 Erwachsenen. Kärnten hatte im ersten Halbjahr insgesamt 402 Privatinsolvenzen, was ein Plus von 4,2% zum Vorjahr ausmacht. Kubicki: „Der private Konsum hat trotz der Wirtschaftskrise nicht nachgelassen, die Privatinsolvenzen stagnieren erfreulicherweise. Doch die Politik muss dafür sorgen, dass Schuldenmachen bittere Konsequenzen haben kann. Man kann unerwartet den Job verlieren, die Ehe geht in die Brüche. Bereits Schüler sollten folgende Botschaft erhalten: Nicht mehr Geld ausgeben als man hat! Insolvenzprophylaxe sollte in einem eigenen Unterrichtsfach beigebracht werden.“

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