Politischer Wirbel wegen Ballplakat auf Stadt-Auto
Von Peter M. Kowal
Ende Jänner erhielten die Bediensteten der Stadtgemeinde Völkermarkt eine E-Mail von FPK-Stadtrat Hans Steinacher. Der Inhalt: SPÖ-Landesobmann Peter Kaiser orte bei jeder Gelegenheit eine Vereinnahmung des Landes Kärnten durch die FPK. „Jetzt ist es endgültig an der Zeit, dass die SPÖ ihre Besen auspackt und vor der eigenen Tür, konkret vor der Tür der SPÖ in Völkermarkt, zu kehren beginnt“, so Steinacher wörtlich.
Der Stein des Anstoßes ist die Bewerbung des roten Arbeiterballs, die Steinacher als peinliche Vereinnahmung bezeichnet. „Die Verantwortlichen scheuen nicht davor zurück, ein Fahrzeug der Stadtgemeinde mit einem Ballplakat zu dekorieren“, ist Steinacher erzürnt. Der E-Mail hängte er zwei Beweisfotos an.
Von der WOCHE damit konfrontiert, bleibt Bürgermeister Valentin Blaschitz (SPÖ) gelassen und bestätigt den Vorfall. „Wir sind der Sache nachgegangen. Ein Mitarbeiter hat einem anderen damit einen Streich gespielt“, erklärt Blaschitz. Selbstverständlich habe er selbst nichts davon gewusst.
„Der betroffene Mitarbeiter hat Stadtrat Steinacher persönlich kontaktiert und ihm die Entstehungsgeschichte geschildert“, will der SPÖ-Bürgermeister den Vorfall nicht überbewerten. Dennoch: „Diese Geschichte zeigt, wie schnell aus Jux und Tollerei ein Blödsinn werden kann!“

Wieder einmal versuchen die SPÖ-Verantwortlichen für ihr bedenkliches Verhalten einen Sündenbock zu finden. Ach ja, da war ja schon einmal etwas. Als die E-Mail "Bespitzelung" im Rathaus aufgedeckt wurde, wurde von der SPÖ auch ein Mitarbeiter des Rathauses der keine politische Funktion hat zu unrecht verantwortlich gemacht. Jetzt wurde offensichtlich wieder einer gefunden, auf den diese Aktion abgeladen wird.
Zu erklären nichts zu wissen ist offensichtlich die einzige und auch nicht mehr neu Rechtfertigung des Bürgermeisters.