Gefährliche Pflege in illegalem Heim in Pörtschach

Gesundheitsgefährdung in illegalem Heim in Pörtschach
Bewohner mit hohen Pflegestufen müssen anderwärtig versorgt werden


In Kärnten mussten erstmals Zwangsmaßnahmen in einem illegalen Pflegeheim angeordnet werden. "Die Berichte der Sachverständigen über Pflegemängel sind so alarmierend, dass einige Bewohner zu ihrem eigenen Schutz in ein Pflegeheim verlegt werden müssen", begründete heute, Dienstag, Sozialreferent LR Christian Ragger. Das Kärntner Heimgesetz (§ 19 Abs. 7) erlaubt bei gefährlicher Pflege (Gefahr in Verzug) Zwangsmaßnahmen. "Bei einem Lokalaugenschein in einem illegalen Heim in Pörtschach stellte sich heraus, dass schwer pflegebedürftige Menschen von fachlich ungeeigneten Personen betreut werden und klare Hinweise für gesundheitsgefährdende Pflege vorliegen", teilte Ragger mit.

Besonders ernst sei die Situation eines Bewohners in der Pflegestufe 6. Er müsse mit einer PEG-Sonde ernährt werden und habe einen künstlichen Atemausgang (Luftröhrenausgang). Diese Beeinträchtigungen würden höchste pflegerische Kompetenz erfordern, welche weder die wenigen und fachlich ungeeigneten Kräfte im Haus, noch die Betreiberin des illegalen Betriebes vorweisen könnten. Laut den Sachverständigen bestehen bei diesem Klienten erhebliche Pflegemängel. Der Tatbestand der gefährlichen Pflege sei eindeutig erfüllt. Dasselbe gilt für andere Bewohner mit den Pflegestufen 4 und 5, bei denen u. a. Druckgeschwüre, die unzureichend behandelt werden, festgestellt worden sind", so Ragger. Laut dem Sozialreferenten ist es nicht zu verantworten, diese fünf Klienten in diesem Haus zu belassen. Sie wurden auf seine Weisung hin in das neue Pflegeheim in Maria Gail gebracht.

Doch auch sechs weitere Bewohner mit niedrigeren Pflegestufen werden nicht weiter in der nicht genehmigten Einrichtung in Pörtschach, die offiziell als "Seniorenresidenz" geführt wird, verbleiben. Die Aufsichtsorgane berichteten, dass bei dem illegalen Heim Spuren einer Verwahrlosung unübersehbar seien. "Leider fehlt der Sozialabteilung die rechtliche Möglichkeit einer sofortigen Sperre", bedauert Ragger. "Wir werden aber gegen die Betreiberin laufend Anzeigen erstatten. Die Verwaltungsstrafen werden bald eine Höhe erreichen, dass sich der Weiterbetrieb nicht mehr lohnt", hofft er. Weiters würden Ersatzvornahmen angeordnet, so dass ausgebildete Fachkräfte auf Kosten der Betreiberin eine regelmäßige Aufsicht durchführten.

"Selbstverständlich wurden auch entsprechende Anzeigen an die Staatsanwaltschaft erstattet", ergänzte Ragger. "Wir können jedenfalls allen Betroffenen einen ordentlichen Pflegeplatz anbieten." Er betonte, dass er kein Pardon kenne, wenn familienfremde Personen in nicht bewilligten Heimen bzw. Pflegestellen von Laien betreut werden.

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