Eröffnung der Spielsuchtambulanz de La Tour

Von li: Dr. Peter Kaiser, Mag. Bettina Quantschnig, Univ.Prof.Dr.Herwig Scholz, Mag. Gerda Sandrieser, Rektor Hubert Stotter (Foto: Fotos: Monika Zore)

Am 16. Juni 2010 wird im Beisein von Gesundheitsreferent LHStv. Peter Kaiser und dem Leiter der Klinik de La Tour Primarius Herwig Scholz die „Spielsuchtambulanz de La Tour“ in der Villacher Nikolaigasse offiziell eröffnet.


Die Kärntner Gesundheitspolitik reagiert auf eine bedenkliche gesellschaftliche Entwicklung:
An die 500 Kärntnerinnen und Kärntner sind spielsüchtig! Die Dunkelziffer liegt jedoch laut Experten sogar zwischen 10 und 15.000…
Herwig Scholz, Leiter der auf Suchterkrankung spezialisierten Klinik de La Tour: „Vor dem Jahr 2000 gab es nur ganz sporadisch Spielsüchtige, die in Kärnten behandelt werden mussten.“
Kaiser betont ebenfalls, dass es erst durch die Legalisierung des kleinen Glücksspiels im Jahr 1997, zu einer dramatischen Zunahme von Spielsüchtigen kam.
Der Staat erziele zwar Steuereinnahmen durch das Kleine Glücksspiel, doch die Kosten für die Behandlung von Spielsüchtigen lägen im weitaus höheren Bereich. Würde die Politik intelligent sparen wollen, müsste man das Kleine Glücksspiel verbieten!“, so Kaiser. Diese Art der Steuereinnahmen wäre moralisch und ethisch unverantwortlich und würde großes Leid bei den Betroffenen auslösen.

Die Spielsucht ziehe aber auch weitere Probleme mit sich: „Mehr als 40% der Glücksspieler haben auch ein Alkoholproblem, da viele Glücksspielbetriebe großzügig mit Alkohol umgehen. 15% der Spielsüchtigen weisen schwere Depressionen bis hin zu Selbstmordversuchen auf“, gibt Primarius Scholz zu bedenken. Das Leid der Betroffenen habe einen breiten Wirkungsbereich in ihrem sozialen Umfeld. Verwandte, Freunde, Familie leiden gleichermaßen und würden ebenfalls von einer Beratung und Unterstützung profitieren.

Das Angebot der Spielsuchtambulanz de La Tour richtet sich nicht nur an Spielsüchtige, sondern auch an Menschen mit anderen Formen von Verhaltenssüchten, wie etwa Internet- und Computersucht. Die Betreuung ist für Betroffene kostenlos und vertraulich.

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