Erziehungsproblem eines Diktators – Hermine Liska

Die Zeitzeugin Hermine Liska besuchte am 6. Dezember 2011 die Hauptschule Strallegg

Strallegg: Hauptschule Strallegg | Am 6. Dezember 2011 war Hermine Liska in die Hauptschule Strallegg eingeladen. In diesem Jahr war die rüstige Zeitzeugin in 17 Schulen im Bezirk Weiz zu Gast.

Die 11-jährige Hermine wurde, weil sie in der Schule den Hitler-Gruß verweigerte, ihren Eltern weggenommen und zur Umerziehung in ein NS-Jugendheim in Völkermarkt und später in die Anstalt Adelgunden in München gesteckt. Sie blieb auch dort ihrer Überzeugung treu. Alle Anstrengungen, sie zum Singen patriotischer Lieder zu veranlassen oder mit „Heil Hitler“ zu grüßen, blieben erfolglos. Ihr Bruder Hans wurde wegen Wehrdienstverweigerung ins Gefängnis gesperrt und später in ein KZ überstellt und sie hatte auch darunter emotionell sehr zu leiden.

Frau Liskas Ausführungen regen zum Nachdenken an wenn sie sagt: „Wissen Sie, was es für ein Mädchen heißt, aus einer lieben Familie herausgerissen zu werden? Ich kann die Nächte kaum zählen, wo ich mit meinen Tränen – oft die ganze Nacht – den Polster durchnäßte. Einerseits hatte ich Heimweh, andererseits Sorge um die Eltern und meine Geschwister. Einsam stand ich einer Front von Erwachsenen gegenüber, die sich dem Regime gebeugt hatten und nun mich unter Druck setzten, ebenfalls patriotische Lieder zu singen oder mit „Heil Hitler“ zu grüßen. Eines Tages wollte man mich zwingen die Uniformweste der nationalsozialistischen Jungmädchenbewegung anzuziehen. Doch so sehr sich die Heimleiterin selbst mit Gewalt bemühte, weiter als bis zu den Ellbogen kam sie mit der Weste nicht.“

Das Erinnern an die Schreckensherrschaft während der NS-Zeit ist sicher notwendig. Der amerikanische Philosoph George Santayana schrieb: „Wenn man sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist man verurteilt, sie zu wiederholen.“

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