Kelten und Römer in Tieschen

von Walter Schmidbauer aus Straden | am 06.09.2010 | 461 mal gelesen | 0 Kommentare | 0 Bildkommentare | 5 Bilder
Fabius und Juliana sind die Maskottchen des historischen Projektes in Tieschen. Fotos: WOCHE
 
R. Hirtenfelder, Jufa Tieschen

Bei einem Projekt des JUFA Tieschen und des Museumsverbandes wird die Geschichte des Ortes kindgerecht aufbereitet.

Was und wie wurde bei den Kelten und Römern gekocht?“, ist eine von vielen Fragen, die wissenshungrige Kinder in Tie-schen demnächst erforschen können. Ein Projekt des Jufa-Gästehauses Tieschen in Zusammenarbeit mit dem Museumsverband Südsteiermark und unterstützt von der Marktgemeinde und von Landesrätin Bettina Vollath wird der langen Geschichte des Siedlungsraumes Tieschen und des Königsberges kindgerecht Raum geben.
Erster Schritt ist die Gestaltung einer interaktiven Infovitrine beim Gästehaus. Eine Vitrine mit archäologischen Exponaten von Georg Tiefengraber gibt es bereits. Diese soll nun kindgerecht umgearbeitet werden. Gemeinsam mit dem Museumsverband Südsteiermark entwickelt Jufa-Mitarbeiterin Claudia Oberhofer pädagogische Inhalte. Daraus entsteht ein Schulprogramm und eine „archäologische Forschungsstätte“, bei der man spielerisch in die Geschichte eines der ältesten österreichischen Siedlungsräume eintauchen kann. Errichtet wird die Vitrine von der Tischlerei Intarsia der Lebenshilfe Radkersburg. Für dieses Projekt wurden die Jufa-Maskottchen Fabian und Julia in die römischen Figuren Fabius und Juliane umgewandelt. Zur Eröffnung ist ein römisches Festgelage geplant.

Funde am Königsberg

Der Königsberg bei Tieschen ist einer der bedeutendsten prähistorischen Höhensiedlungen im Südostalpenraum. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts wurden erste Grabungen vorgenommen, von dessen Funden heute aber nichts mehr bekannt ist. Die späteren Funde der Tieschener Heimatforschers Josef Wiedner und Alois Eberhart und weiterer Archäologen befinden sich jetzt zum Großteil im Landesmuseum Joanneum.
Die ältesten Funde stammen aus der Jungsteinzeit um 4500 vor Christi und der nachfolgenden Lasinja-Kultur. Der Höhepunkt der Besiedlung fällt in die späte Urnenfelderzeit zwischen dem 10. und 8. Jahrhundert vor Christi. Aus dieser Zeit stammt auch ein Fund, der zum Wahrzeichen des Ortes wurde – der Feuerbock. Eine dorfartige Siedlung zusammen mit Villen und kleineren Gehöften wird für die Römerzeit im Raum Tieschen angenommen. Der interaktiven Infovitrine im Jugend- und Familiengästehaus sollen noch weitere Projekte folgen.

Fotos und Text: Walter Schmidbauer

4 Fragen an...
Roland Hirtenfelder, Jufa Tieschen

Was hat Prähistorik mit einem Jugend- und Familiengästehaus zu tun?

Wir haben unsere Gäste schon bisher mit einer Schauvitrine über die lange Geschichte Tieschens und des Königsberges informiert. Da wir von sehr vielen Kindern besucht werden, lag es nahe, diese Geschichte kindgerecht aufzuarbeiten. Das Ergebnis ist eine interaktive Infovitrine und in der Folge soll es weitere Projekte geben.

Mit wem wurde bei der Entwicklung des Projektes zusammengearbeitet?

Die archäologischen Exponate stammen von Georg Tiefengraber. Die Ausarbeitung der pädagogischen Inhalte machten wir gemeinsam mit Angelika Thaller und dem Museumsverband Südsteiermark. Gebaut wird die Vitrine von der Tischlerei Intarsia der Lebenshilfe Radkersburg. Mit der Lebenshilfe arbeiten wir auch in anderen Bereichen zusammen. Unterstützt werden wir von der Gemeinde und von Landesrätin Bettina Vollath.

Welche Projekte wird es in Folge geben?

Wir haben ja vor, das Projekt mit einem römischen Essen, sagen wir Gelage, zu eröffnen. Zum Römerthema soll es weitere Veranstaltungen, beispielsweise römische Hochzeiten, geben, die nicht nur unsere Gäste, sondern die ganze Region und die Schauplätze einbeziehen werden.

Das Jufa Tieschen ist nun etwas mehr als ein Jahr in Betrieb. Welches Resümee ziehen Sie da als Hausleiter?

Unter dem Motto „Land erleben“ können unsere Gäste den natürlichen Kreislauf des Landalltages mitverfolgen. Höhepunkte des ersten Jahres waren die Auszeichnung „Kinder- und familienfreundliche Gaststätte 2010/11“ und die Ehrung des 20.000sten Gastes.

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