Geschichtliches Filmmaterial
Amateurfilme zeigen zwei Jahrzehnte Geschichte der Thermenstadt und
ihrer Umgebung.
Gekauft habe ich die Kamera 1972 wegen meiner Kinder“, erinnert sich der frühere Kaufmann Johann Pendl. Die Ergebnisse ruhen als 8-mm-Filmrollen, verpackt in mehreren großen Kartons, in einem Lagerraum des rüstigen Obmannes des Seniorenbundes Bad Radkersburg.
Ursprünglich hat Pendl mit seiner Canon nur Privates aufgezeichnet. 1974 begann der ehemalige Vizebürgermeister der Stadt bei Ereignissen in der Gemeinde und in der Umgebung zu filmen. Feste, Besuche von Politikern, Bischöfen und anderer Prominenz, der Dammbau an der Mur, kilometerlange Staus slowenischer Einkaufstouristen, die Thermalwasserbohrung und der Thermalwasserausbruch vom 23. Jänner 1978, einem markanten Punkt in der Stadtgeschichte und viele weitere Ereignisse wurden von Pendl festgehalten. Die Technik entwickelte sich aber weiter und 1990 hatte die Kamera ausgedient.
„Bei Malerarbeiten sind mir die Filmrollen wieder in die Hände gefallen“, hatte Pendl die Idee, diese mittlerweile historischen Aufnahmen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Er ließ ausgewähltes Material digitalisieren und kürzte den 150 Minuten dauernden Film auf 90 Minuten. Mit Musik und Kommentaren unterlegt – Pendl verwendete dafür Texte und Zitate bekannter Stadtbewohner – wurde der Film kürzlich im Zehnerhaus präsentiert.
Foto und Text: Walter Schmidbauer
