,Wir leben fast in Skischuhen‘
Kärntner Autor schrieb Buch über die Klischees der Skilehrer. Stimmen die? Wir haben nachgefragt.
Der Kärntner Alexander Sever hat in seinem Roman „Schneeverhältnisse“ das Leben eines Skilehrers und die dazugehörigen Klischees beschrieben.
Wir haben bei der Skischule Mallnitz am Ankogel nachgefragt, was die Skilehrer selbst dazu sagen. Ein Vorurteil, das der Maria Saaler in seinem Buch beschreibt, ist, dass einige Frauen einen Skikurs nur machen, um sich den Skilehrer zu angeln. Claudiu Zagan, seit sechs Jahren bei der Skischule, kann dieses Klischee voll und ganz bestätigen. „Wenn ein Skilehrer den Reißverschluss selber zumachen muss, dann weiß er, dass die Wintersaison vorbei ist“, scherzt der 42-Jährige. Der 25-jährige Roy Mandjes kann dieses Vorurteil nicht bestätigen, aber nur „weil ich fast ausschließlich Skikurse mit Kindern abhalte“. Der Autor des Buches, früher selbst Skilehrer, schreibt zudem, dass sich das Skilehrersein zu einer Droge entwickelt. „Das stimmt, wir leben quasi in unseren Skischuhen und sogar an freien Tagen gehen wir auf die Piste“, so Mandjes.
Neidisch auf Skilehrer?
Die Annahme des Autors, dass andere Männer in den Skigebieten oft neidisch auf die Skilehrer sind und es sogar zu Anfeindungen kommen soll, dementiert Zagan: „Das hat es vielleicht früher mal gegeben, aber heute bestimmt nicht mehr.“ Sever schreibt in seinem Buch außerdem, dass Romanzen meistens am Ende einer Woche entstehen, weil der Skilehrer während des Kurses darauf achten muss, die Stimmung in der Gruppe nicht zu zerstören. Das sieht Zagan anders: „Das beginnt schon am Anfang der Woche. Die Stimmung in der Gruppe beeinflusst das nicht.“
Abgesehen von Romanzen, wie sieht da der Tagesablauf eines Skilehrers aus? „Um halb neun geht es auf die Piste, um alles vorzubereiten. Die ersten Kurse starten um halb zehn“, erklärt Skilehrerin Vanessa Hyden. Die Kinderskikurse laufen bis zwölf Uhr und dann von dreizehn bis fünfzehn Uhr. Die Kurse der Erwachsenen dauern nur zwei Stunden. Ob es am Abend für die Skilehrer auch zum Après-Ski geht? „Das ist unterschiedlich, manchmal reizt einen die Couch zu Hause mehr“, so die 19-jährige Skilehrerin.
Christian Egger
