"Man hat uns nicht die Wahrheit gesagt!"

harald.hirschl@woche.at

WOCHE: Der Euro steckt in der Krise. Wie sehen Sie die Zukunft des Euro?

MOCK: Der Euro wird teilweise schlechter geredet, als er ist. Auf jeden Fall ist er nicht mehr wegzudenken. Schuld daran, dass der Euro so schlecht dasteht, sind die hoch verschuldeten Regierungen. Der Euro wird noch stärker werden.
Die EU wird von vielen stark kritisiert. Glauben Sie noch an diese Gemeinschaft?
Sie wird bestehen bleiben, weil es die Wirtschaft benötigt. Das Problem war eher die schnelle Aufnahme verschuldeter Staaten in die EU. In Zukunft muss man Staaten, die in die EU wollen, zuerst genau anschauen und erst dann aufnehmen, wenn sie ihren Haushalt in Ordnung gebracht haben.

Die Poly St. Veit soll nach Althofen, ins Schloss Töscheldorf übersiedeln. Sie sind dagegen. Warum?

Die Stadt St. Veit ist als Hauptzahler des Schulgemeindeverbandes gefragt worden, ob die Polytechnische Schule St. Veit mit der Poly Althofen zusammengelegt und gemeinsam in den Räumlichkeiten des Borg Althofen untergebracht werden soll. An und für sich hat man uns nicht die Wahrheit gesagt seitens des Schulgemeindeverbandes, indem man nun die Poly Töscheldorf als Zentrum dieses wichtigen Schultyps haben will.

Seit einigen Wochen ist der Rechnungshof zu Gast in der Stadtgemeinde und prüft genau. Wie sehen Sie diese Prüfung?

Der Rechnungshof prüft alles korrekt, von der Verwaltung bis zur Holding. Ich bin zuversichtlich. Wenn der Rechnungshof etwas findet, werden wir es erfahren und dann besser machen. Ende Jänner werden die Ergebnisse präsentiert.

Viele sehen das Blumenhotel als ein gescheitertes Projekt und auf der Minus-Seite Ihrer politischen Tätigkeit. Was entgegnen Sie diesen kritischen Stimmen?

Ich sage nach wie vor, dass es die richtige Entscheidung für die Stadt war, diese Infrastruktur geschaffen zu haben. Für die St. Veiter Unternehmer ist es ein Vorteil. Die Region ist mit Betten das ganze Jahr über rar ausgestattet. Den Steuerzahler hat es wenig gekostet.

Wo und wie kann man in der Verwaltung einsparen?

2011 haben wir bereits über eine Verwaltungsreform diskutiert. Bei der Vernetzung von Abteilungen oder bei der Ausgliederung von Tätigkeiten, wo es geht, beispielsweise bei der Buchhaltung in unserer Gemeinde, kann man einsparen.

Welche Projekte werden 2012 in Angriff genommen?

Es wird ein neues Photovoltaikkraftwerk auf der alten Deponie errichtet. Weiters möchte ein Privater so ein Kraftwerk hinter dem Schloss Wayer bauen. Die Straßenbeleuchtung wird 2012 und 2013 auf LED-Lampen umgestellt. Und das Projekt „Shared Space“ in der Klagenfurter Straße , also keine Verkehrszeichen mehr, wird realisiert. 2012 wird es rund um den Fuchspalast eine Präsentation geben, von allen LED-Arten, die es gibt.

Ihre persönlichen Höhepunkte im Vorjahr?

Der Verkauf des Blumenhotels und die österreichweiten Auszeichnungen für unsere Bemühungen in der Sonnenenergie.

Treten Sie zur nächsten Wahl 2015 nochmals an?
Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.

Zur Person:
Name: Gerhard Mock

Geburtsdatum: 24. 11. 1953

Beruf: Betriebsschlosser, Politiker (SPÖ)

Bürgermeister: Seit 20.Jänner 1989 in dieser Funktion. Ehemalige Funktionen: Obmann der Jungen Generation, Gemeinderat, Stadtrat und LAbg.

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