Die Stadträte Egger & Kampl als St.Veit - Kritiker
St.Veit/Glan: St.Veit/Glan | Die Gemeinde will sich als Betreiber vom Kunst-Café, dem Hallenbad-Restaurant und dem Tennis-Café zurückziehen. Das vormalige "PrincS" bekommt einen neuen, dynamischen Betreiber.
Aufgrund von nicht unbeträchtlichen Schwierigkeiten der Privaten werden einige Betriebe im St.Veiter Zentrum zwischenzeitlich von der Stadt geführt, was in manchen Gaststätten zu einer regelrechten Qualitätssteigerung führte.
Ein Privater mit Herz ist besser als die Gemeinde", meinte hingegen ÖVP-Stadtrat Rudolf Egger, der die Lokale vor der Übernahme durch die Stadtgemeinde wohl kaum kannte. FPK-Stadtrat Herwig Kampl setzt auch nach: "Wir haben Musik im ,KingS', im ,Friends' und jetzt auch jede Woche in der Frühstückspension Fuchspalast. Die Konzerte dort zahlt natürlich die Stadtgemeinde."
Herwig Kampl, der FPK "Wau Wau" in der Herzogstadt, sieht ein Überangebot an Kultur und das bereitet ihm naturgemäß Probleme. Der laute Seitenhieb auf den Fuchspalast mag wohl ein klein wenig zulässig sein. Aber auch für das Kunsthotel sucht Gerhard Mock schon emsig einen neuen Betreiber und ein vielfältigeres Angebot an Kultur, das Herwig Kampl kritisiert, hat der Stadt noch nie geschadet.
Was ihr immer wieder geschadet hat, sind die verbalen Ausritte und Überhöhungen des FPK-Stadtrats Herwig Kampl und der verbale Output des St.Veiter ÖVP-Stadtrats Rudolf Egger, der Ausflüge in den Wirtschaftsliberalismus als Allheilmittel sieht und dabei nicht bedenkt, was sein Parteifreund Schüssel im Verbund mit Ex-Finanzminister Grasser an staatlichen Betrieben verbrochen hat.
Nicht immer sind Privatisierungen die Lösung: Das Tennis-Cafe war vor der "Verstadtlichung" eine Stätte des gastronomischen Niedergangs. Auch das Hallenbad-Restaurant hatte in seinem Ursprungspächter einen wesentlich glücklicheren Betreiber. Für das Restaurant im Hallenbad gibt es noch keinen Interessenten.
Für das Tennis-Café Kölnhof kann die Stadt zwei Bewerber vorweisen, die hoffentlich an den sehr erfolgreichen einstigen Pächter anknüpfen können, der das Cafe auch zum Kultlokal des nahen Schulzentrums gemacht hat.
Der neue Pächter muß daran zwingend anknüpfen. Mit Fertigpizza und von der Lebensmittelindustrie erzeugten und vorgegarten Fertiggerichten ist ein Scheitern jedenfalls schon vorprogrammiert.
Das "PrincS" wird als "Vitus Restaurant Vinothek" Ende April von einem neuen Betreiber wieder aufgesperrt. "Ich bin überzeugt, dass es jetzt funktionieren wird", sagt ÖVP-Stadtrat Rudolf Egger dazu. Da das Lokal im herrlichen, mittelalterlichen Ensemble des Bürgerspitals schon einen erheblichen Standortvorteil hat, ist davon auszugehen, dass der Pächter bei sorgsamer Führung sein Publikum ansprechen wird. Der Neue verspricht leichte regionale Küche mit regionalen Grundprodukten, saisonal abgestimmt mit einem vielfältigem Kräutereinsatz. Was gut klingt.
Rudi Egger geht mit seiner Meinung also kein besonders großes Risiko ein.
Beide, sowohl der Rudolf Egger, als auch der Herwig Kampl, haben in der Kärntner Ausgabe einer steirischen Tageszeitung immer wieder Raum, ihre Heimatstadt regelrecht in den Schmutzkübel zu ziehen. Das mag oft für Erheiterung sorgen, oft sehr belustigend sein, schadet aber dem überregionalen Image des Wirtschaftsstandorts und der sorgsam geführten kommunalen Betriebe.
Beide täten gut daran, Alternativen anzubieten, zwingende ökonomische Alternativen. Das fortwährende Gekreische der beiden Stadträte kann in St.Veit bald keiner mehr hören. Egger ist als Stadtrat für Marktwesen, Bestattung, Friedhof und Städtepartnerschaften zuständig, Kampl fimiert für Gesundheit und Soziales. Wären beide Ressortleiter in Privatbetrieben und würden fortwährend via Printmedien ihren Unmut über die wirtschaftliche Ausrichtung ihres Betriebes kundtun, wären schon die Kündigungen im jeweiligen Postkastl gelandet. So gesehen arbeiten Egger und Kampl im gehoben geschützten Bereich.
