Schwarzes Wild sorgt für Unmut

 

Landwirte klagen über steigende Schäden durch Kolonien von Wildschweinen.

(pp). Jäger und Landwirte berichten von einer rasant wachsenden Wildschweinpopulation, wodurch den heimischen Äckern und Wiesen enorme Schäden zugefügt werden. Zum Leidwesen der Bauern, kann eine Rotte des Schwarzwildes binnen kurzer Zeit auch ganze Maisfelder völlig zerstören und damit Teile der Ernte vernichten. Das Aufwühlen der Erde durch die Wildschweine hat zumindest in den Wäldern einen positiven Effekt: „Sie sind die Feinde der Landwirte aber die Freunde der Forstwirte“ sagt Kurt Puck aus Raggasaal, ehemaliger Landesjägermeister-Stellvertreter und langjähriger Sachverständiger in Jagdangelegenheiten. Bei der Nahrungssuche wird der Waldboden von den Tieren intensiv bearbeitet, sodass durch den entstehenden Samenflug wieder Jungbäume geschaffen werden“, führt der Experte aus.

Kritische Anzahl

Das Gebiet St. Veit-Hörzendorf wird derzeit am stärksten von den Wildschweinen heimgesucht: „Vom Ulrichsberg aus, wo sich die Rotten einstellen, unternehmen 60 bis 80 Tiere ihre, ausschließlich nächtlichen Wanderungen, wobei sie als Ziel Naturwiesen bevorzugen“, so Puck. Schätzungsweis um die Jahrtausendwende dürften vermehrt Wildschweine über die natürliche Grenze Italiens und Sloweniens nach Kärnten gekommen sein. Zahlungen für die entstandenen Schäden durch die extrem flinken und sehr intelligenten Allesfresser müssen von den jeweils zuständigen Jagdausübungsberechtigten vorgenommen werden: „Zur Zeit stehen den betroffenen Landwirten für die zu erneuernden Wiesen 1 Cent pro m2 zu, bei einem Hektar sind das 1700 Euro“, erklärt der erfahrene Jäger. Genaue Summen über die Gesamtschäden sind nicht bekannt und daher werden auch keine Zahlen genannt. Die Jägerschaft ist bemüht, durch konzentrierte Abschüsse und durch Druckjagden das Problem in den Griff zu bekommen. „Da sich die Tiere sehr rasch vermehren und sehr schwer zu erlegen sind, sehen wir es schon als Erfolg an, wenn sich der Schwarzwildbestand insgesamt nicht wesentlich erhöht“, meint Hans Drescher, Bezirksjägermeister des Jagdbezirkes St. Veit.

Keine Gefahr

Spaziergänger und Wanderer müssen sich bei seltenen Begegnungen mit Wildschweinen nicht fürchten: „Sollte man wirklich auf eine Bache, also eine Muttersau mit Frischlingen treffen, ist es angebracht sich zu entfernen oder zumindest ganz ruhig stehen zu bleiben“, rät Drescher. Der Landwirt Franz Klimbacher aus Wainz ist heuer schon mehrfach durch die ungebetenen Besucher aufgesucht worden. „Wir haben sogar schon das frei lagernde Silo-Futter mit Stacheldraht gesichert“, sagt der Bauer und meint resignierend: „Los werden wir die Viecher sowieso nicht mehr“.

Bestand:
Derzeit rund 200 Tiere im Bezirk.

Betroffene Gebiete: Vor allem St. Veit-Hörzendorf, Liebenfels sowie Teile des Metnitztales.

Abschussquoten:
Im Bezirk werden jedes Jahr zwischen 70 und 75 Wildschweine erlegt.
Prognose:
Gesamtanzahl bleibt konstant.

Zuständig:
Hans Drescher, Bezirksjägermeister in St. Veit.

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