Auf Reise in vergangene Zeiten
Bürgermeister Heinz Wagner betätigt sich als Ahnenforscher und Hobbyhistoriker.
(hh). Konzentriert blättert Heinz Wagner in einem Ordner voller Erinnerungen in seinem Büro in der Gemeinde. Micheldorfs Bürgermeister betreibt nämlich Ahnenforschung. „Ich bin ein Hobbyhistoriker, habe auch schon die Gemeindechronik verfasst“, sagt Wagner.
Seit mehreren Jahren beschäftigt er sich schon damit, immer wieder kommt etwas dazu. Der Stammbaum seiner Familie ist väterlicherseits bis ins Jahr 1572 nachweisbar, bis zu seinem Urgroßvater Simon Wagner, neun Generationen zurück. Wagners Wurzeln liegen demnach in der Ortschaft Milikau bei Marienbad im heutigen Tschechien. Bereits sein Vater Max hat mit der Ahnenforschung angefangen. Wagner selbst hat bis dato 14 Generationen recherchiert. Sein Großvater Wenzel war Gemeinderat und Bauer, sein Ururgroßvater Bartholomäus Bauer und Ortsbauernführer, sein Urgroßvater Wenzel (zwei Generationen zurück) Bauer und Dorfvorsteher. Rund 300 Stunden jährlich wendet Wagner für die Ahnenforschung auf. Zu Hilfe nimmt er die internationale Ahnenforschungs-Homepage „myheritage.de“.
Über 1.000 Verwandte
„So habe ich bereits über 1.000 engere Verwandte gefunden. Verwandte in Deutschland, USA, Kanada oder Australien, die ich vorher nicht gekannt habe“, erklärt der Bürgermeister. Im Jahr 1990 war Wagner zu Recherchezwecken in Milikau. Wagner hat sogar adelige Verwandte. Über 23 Ecken ist er mit dem spanischen König Juan Carlos verwandt. Aber auch mit Johannes Costerus, der mit Martin Luther Mönch in Wittenberg war. Alles im Ordner ist alphabetisch und chronologisch angeordnet – alle Familiennamen, die seit 1572 vorkommen, alle Personen, die geboren sind, geheiratet haben und verstorben sind.
Übrigens: Sein Großvater kam 1880 zur K&K-Bahn nach Marburg. 1898 heiratete er Wagners Großmutter Antonia. „1901 wurde mein Vater in Marburg geboren. 1944 sind wir nach Judenburg gezogen, wo ich geboren wurde, und dann 1951 nach Straßburg“, sagt Wagner. Sein Vater war dort sechs Jahre lang Geschäftsführer des Bahnhofes. Damals war noch die Gurktalbahn in Betrieb. 1957 ist die Familie Wagner schließlich in Micheldorf gelandet. „Meine Daten sollen auch für künftige Generationen zur Verfügung stehen“, so Wagner.

