Ökologische Sensibilisierung der Krappfelder und St.Georgener nicht bedacht...

Schotterhalden der Alpine Bau GmbH im Wolschart

Sankt Georgen am Längsee: Wolschart | In den 1840er Jahren kam Stephan Kleinszig als Migrant nach Kärnten. Um 1890 erwarb er Waldbesitz im Wolschart und Taggenbrunn

Warum schafft man sich einen Wald an? Es macht wenig Sinn 10 oder 50 Hektar einfach so zu erwerben. Wer neu einsteigt, für den rechnet sich eine Größenordnung von rund 200 Hektar. Das Setting muß jedoch halbwegs stimmen. Der Wert des Waldes am Markt errechnet sich aus dem Grund und Boden und aus dem stehenden Vorrat - dem schlagbaren Holz. Bei einem Quadratmeterpreis von einem Euro muss schon Holz stehen, bei 1,50 Euro muss schon einiges mehr geboten werden: Etwa ein nettes Anwesen, ein kleines Wasserkraftwerk oder eine Schottergrube.

Die professionelle Betreuung des Forstes schlägt sich mit 20 bis 50 Euro je Hektar und Jahr zu Buche. Je kleiner der Wald, desto schwerer kann man daraus ein geregeltes Einkommen erzielen. Jagd, Fischerei, landwirtschaftliche Flächen und Rohstoffe wie Sand, Kies und Schotter sind potenzielle Einnahmequellen. Um die Ertragskraft zu steigern ist auch eine touristische Nutzung denkbar.

Der Forstbetrieb Wolschartwald von Ing.H.Kleinszig und DI G.Kleinszig wird ausgezeichnet geführt und wissenschaftlich von der Universität für Bodenkultur Wien begleitet. Junge Bäume sind gegen Wildbiss und Unkraut geschützt. Durchforstungseingriffe sind wohldurchdacht und professionell gestaltet. Baumarten- und strukturreiche Waldgesellschaften wurden entwickelt, die möglichst viele Entwicklungspfade für die Zukunft offen halten.

Neue Einkommensquellen

Anfang 2009 verwunderte G.Kleinszig die Öffentlichkeit mit einem kühnen Projekt: Er wollte zusammen mit dem Regionalmanagement kärnten:mitte und Joachim Leitgeb einen Hochseilpark in unmittelbarer Nähe von Maria Wolschart errichten. 7500 Besucher im Jahr sollten den EU geförderten Waldhochseilpark nützen. Das Vorhaben schlief aber scheinbar im Laufe des Jahres wieder ein.

Im Herbst 2009 irritierten plötzlich Gerüchte über geplante Schotterhalden im Wolschart die Bewohner des Krappfelds und der Wolschartregion. Die Alpine Bau GmbH bekam als Projektwerberin eine behördliche Abbaubewilligung für Schotter im Wolschart. Das Projekt wurde in fünf Abbauphasen auf 30 Jahre unterteilt. Die Alpine Bau GmbH wird rund 20 Hektar Wolschartwald in Schotterhalden, also Ödland, verwandeln.

Bevölkerung sieht Wald als Lebensraum für Arten und Erholungraum

Was niemand bedacht hat, weder die Vertreter der Gemeinde St.Georgen am Längsee, noch der Forstbetrieb Kleinszig und schon gar nicht die Alpine Bau GmbH, trat dann recht rasch ein: Durch den geplanten Ausbau der S37 in der Region und durch die Kies- und Schottergruben und den Kalksteinbruch in der Gemeinde Kappel/Krappfeld ist die Bevölkerung ohnehin schon ökologisch sensibilisiert. Die öffentlichen Ansprüche an die natürliche und erneuerbare Ressource Wald und insbesondere an den Wolschart sind vielfältiger geworden.

Die Folge sind nun heftige Nutzungskonflikte.

1
 auf anderen Webseiten Facebook Twittern Senden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.