Entzückend: Anmerkungen zu den Schotterhalden im Wolschart
Sankt Georgen am Längsee: st.georgen am längsee | Wenn Telly Savalas als New Yorker Kommissar Kojak einen seiner Klienten bei einer besonderen Dreistigkeit ertappte, pflegte er seinen Schlecker in den Mundwinkel zu schieben und süffisant zu sagen: "Entzückend."
Und das ist wohl auch die angemessene Reaktion auf die Aussage des Bürgermeisters von St.Georgen am Längsee, Konrad Seunig, dass es seitens der Bevölkerung keine Einwände gegen den geplanten Schotterabbau im Wolschart gibt, der in mehreren Abbauphasen und mehreren Dekaden schlußendlich 200.000 m² des Forstes zerstören wird.
Einfach entzückend war auch die Behauptung Paul Ginharts von der Bezirkshauptmannschaft St.Veit/Glan, dass diese Abbauvolumina in Summe nur Peanuts sind.
Die Folgen für die Wolschartdörfer
Unmittelbar betroffen sind hunderte Anrainer aus drei Ortschaften der Nachbargemeinden von St.Georgen am Längsee: Das kaum einen Steinwurf von der geplanten Schottergrube entfernte Gaming ,Gemeinde Mölbling, und die beiden Ortschaften Passering und Muschk, beide der Gemeinde Kappel/Krappfeld zugehörig.
Durch die Zerstörung des Höhenprofils des Wolschart und den möglichen zusätzlichen Ausbau der Schnellstraße S37 wird der Verkehrslärm in den beiden Kappler Ortschaften auf ein Vielfaches und ins Unerträgliche ansteigen.
Der Möblinger Ort Gaming wird durch seine Nähe zur Schottergrube, der Lärm- und Staubentwicklung, an Lebensqualität verlieren.
Der Ausblick auf riesige Abraumhalden anstatt auf den bewaldeten Höhenrücken dürfte den Wert der Grundstücke und Häuser beeinträchtigen.
Angesichts dieser Tatsachen darf man die Aussagen der Herren Seunig und Ginhard als kühn bezeichnen. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird es entzückend sein, abzuwarten, wie die bislang ungenügend bis gar nicht informierten Anrainer aus Gaming, Straganz, Passering und Muschk auf die Veränderungen ihrer Heimat reagieren und die Dinge ins rechte Licht rücken werden.
