Auf europäischen Konzertbühnen genießt der Dirigent Alois J. Hochstrasser einen ausgezeichneten Ruf. So auch in der Kulturstadt Leoben, wo er bereits seit zwölf Jahren die Sommerphilharmonie gestaltet.
„Reserviert für Prof. Hochstrasser“ steht auf dem Schild des Frühstückstisches im Arcotel Leoben, wo wir den Chefdirigenten der Pannonischen Philharmonie und den Kulturmanager der Stadt Leoben, Gerhard Samberger, zum „Bilanzgespräch“ über die klassische Sommermusikreihe trafen. Fünf Konzerte umfasste die Sommerphilharmonie in diesem Jahr. Zwei neue Aufführungsorte sind hinzugekommen: der Chinesische Pavillon im Asia Spa und der Innenhof des Leobener Einkaufszentrums. „Der Kreuzgang des ehemaligen Dominikanerklosters“, korrigiert Alois Hochstrasser, „ein Kraftpunkt, die Mönche haben schon gewusst, wo sie etwas hinbauen.“ Die schwierige Akustik hatte man bei den beiden Inszenierungen von Mozarts „Zauberflöte“ dank eines natürlichen Sounds gut im Griff. „Diese beiden Abende haben uns nach anstrengenden Probearbeiten viel Freude bereitet“, sagt Hochstrasser.
„Dem Publikum ebenso“, ergänzt der Leiter des städtischen Kulturmanagements, Gerhard Samberger. Denn die vorwiegend steirischen Klassikfreunde haben das qualitativ hochwertige Angebot ausgiebig genutzt. Es gab auch Gäste aus den Bundesländern, sowie aus Deutschland und Italien.
Kultur als Wirtschaftsfaktor
Bei der Eröffnung waren es (bei freiem Eintritt) an die 700 Besucher, die vier weiteren Konzerte wurden von rund 1200 Gästen besucht. „Die Sommerphilharmonie ist für Leoben und die Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, erklärt Samberger. Zum einen werde zusätzliche Gästefrequenz geschaffen, zum anderen geben die Künstler Geld in der Stadt aus. „Und nicht zuletzt haben wir auch ohne teure Stars klassische Musik von bester Qualität geboten“, sagt Hochstrasser überzeugt.
In der Stadtpfarrkirche St. Xaver gab es sogar eine Welturaufführung. Ursprünglich war diese für Peking geplant, wegen der Tibet-Politik der Chinesen entschied sich der Komponist Enjott Schneider für Professor Hochstrasser und Leoben. „Ein besonderer Meilenstein im Schaffen von Schneider, wir sind stolz, dass wir diese Sinfonie spielen durften“, betont Alois Hochstrasser.
Ein Ergebnis harter Arbeit
„Das Festival war geprägt von der Harmonie aller Teilnehmer“, bringt es die Regieassistentin und Tochter des Dirigenten, Pia Hochstrasser, auf den Punkt. Die Musiker haben hart gearbeitet, das Resultat konnte sich sehen und vor allem hören lassen.
Angesichts dieses großartigen Erfolges schmiedet Alois Hochstrasser bereits Pläne für das Jahr 2009. Ein strahlender Sommer, zumindest musikalisch, wird erwartet.
Autor Wolfgang Gaube







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