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24.02.2010 14:43 Uhr

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Die Wanderungsgewinne

  • Norbert Wallner - Norber Wallner
    Norber Wallner

Mit Stichtag 1. Jänner 2010 lebten rund 8,375 Millionen Menschen in Österreich, um 19.600 Personen mehr als am Jahresbeginn 2009. Die Zahl der ausländischen Staatsangehörigen erhöhte sich um rund 25.000 auf 895.600, das entspricht rund 11 Prozent der Gesamtbevölkerung. Wien verzeichnet seit Jahren die höchsten Bevölkerungs-zuwächse aller Bundesländer, in der Bundeshauptstadt stieg die Bevölkerungszahl im Jahr 2009 dreimal so stark wie im Durchschnitt Österreichs. Das ist laut Statistik Austria auf die „internationalen Wanderungsgewinne“ zurückzuführen. Das bemerkt jeder, der in Wien in der Straßenbahn, in der U-Bahn und zu Fuß in den Straßen und Gassen unterwegs ist: Menschenmassen aus aller Herren Länder. Auch Scharen von Touristen, die Mehrzahl aber ständige Bewohner der Bundeshauptstadt. Wenn man davon ausgeht, dass zusätzlich noch viele Ausländer als „U-Boote“
unangemeldet in Wien leben, sind die „internationalen Wanderungsgewinne“ und die tatsächlichen Bevölkerungszahlen noch wesentlich höher. Viele Asylanten tauchen vor oder während der
Erstabklärungsphase unter. Innenministerin Fekter (ÖVP) möchte dieses Problem mit einer Anwesenheitspflicht für Asylwerber in den ersten Wochen ihres Österreich-Aufenthaltes in den Griff bekommen.Die SPÖ ist dagegen, warum eigentlich? Was die Einbürgerungen betrifft:
Diesbezüglich ist der Staat auf die Bremse gestiegen. Im Vorjahr erhielten 7.990
Personen die österreichische Staatsbürgerschaft, im Jahr 2008 waren es noch 10.268 gewesen, im Jahr 2003 sogar 45.112 Personen. Seit 2006 sind die Voraussetzungen strenger geworden. Der Rechtsgrund „Ermessen“ bietet nach wie vor Beschleunigungsmöglichkeiten, etwa wegen „außerordentlicher Leistungen im Staatsinteresse“. Man staunte in den vergangenen Jahren, wie rasch ausländische Sportler rechtzeitig vor Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften etc. die österreichische Staatsbürgerschaft erhielten. Schwimmer, Triathleten, Eisschnellläufer, Langläufer, Tischtennis-Chinesen, Eishockey-Kanadier, Gunnar Prokops Handballerinnen u. a. m. Bei den „normalen Einbürgerungen“ waren im Vorjahr Zuwanderer aus Serbien und Montenegro Spitzenreiter, auch viele Bosnier, Türken und Kroaten sind Österreicher geworden. Ist das auf die „internationalen Wanderungsgewinne“ zurückzuführende Bevölkerungswachstum ein Grund zum Jubeln? Oder eher eine problematische Entwicklung? Die Geburtenzahl in Österreich sank 2009 (75.387 Geburten) um 1,7 Prozent. In allen Bundesländern gab es einen Rückgang, am geringsten war der Rückgang in der Steiermark. Die durchschnittliche Kinderzahl blieb unverändert bei 1,4 Kindern pro Frau. Das Modell „Alleinerzieherin“ wird nach wie vor stark in Anspruch genommen: der Anteil der unehelich geborenen Kinder stieg auf fast 40 Prozent. Die Unehelichenquote ist in Kärnten (fast 55 Prozent) am höchsten und in Wien am geringsten. Vermutlich deshalb, weil in Wien ein Großteil der Eltern Zuwanderer sind. Und verheiratet.


Autor: Norbert Wallner


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