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04.03.2010 08:39 Uhr

Gewisse Gefahr ist immer gegeben

Trotz niedriger Lawinenwarnstufe ist derzeit für Tourengeher im Murtal Vorsicht geboten.

lawine - Ein Lawinensuchgerät kann Menschenleben retten - es gehört zur Pflichtausrüstung. Foto: Wohlgemuth
Ein Lawinensuchgerät kann Menschenleben retten - es gehört zur Pflichtausrüstung. Foto: Wohlgemuth

STEFAN VERDERBER

Dichter Nebel und Schneefall, praktisch null Sicht - das waren die Begleitumstände eines tragischen Unfalles, der sich am vergangenen Freitag im Fuchsgraben in Pusterwald ereignet hat. Eine elfköpfige Gruppe hatte im Schneetreiben die Orientierung verloren und eine Lawine ausgelöst. Während neun Mitglieder der Gruppe mit leichten Verletzungen davonkamen, endete der Unfall für einen 20-jährigen Grazer tödlich.
Er konnte von seinen Kollegen zwar rasch ausgegraben werden, allerdings blieben alle Reanimationsversuche erfolglos. Auch das schnelle Eintreffen von Bergrettung und Polizei am Unfallort konnten an diesem Umstand nichts mehr ändern. Der Rest der Gruppe wurde von den Einsatzkräften unter der Koordination vom Einsatzleiter der Polizei, Richard Dullnig, und unter großer Gefahr aus dem Hang befreit.
Auch Rudolf Krenn, Ortsstellenleiter der Bergrettung Judenburg, war beim Unglück im Einsatz. „Das war eine ganz tragische Sache - die Schifahrer haben in diesem Fall nicht viel falsch gemacht“, sagt er. Vielmehr hätten mehrere unglückliche Umstände zum Lawinenabgang geführt. Ähnlich wie am Tag des Unfalls, gilt derzeit laut Lawinenwarndienst Steiermark für das Murtal die Lawinenwarnstufe 2, was mäßige Gefahr bedeutet. „Das ist rein von der Warnstufe her nicht sehr gefährlich“, erklärt Krenn. „Allerdings kann es an einzelnen Stellen - etwa an kammnahen Lagen - durchaus zu Gefahrensituationen kommen.“ Abhängig von der Wetterlage sei eine gewisse Gefahr immer gegeben.
Deshalb rät Krenn allen Schifahrern und Tourengehern dazu, sich immer vorab über die lokale Situation gut zu informieren und unbedingt die Notfallausrüstung dabei zu haben. Suchgerät, Schaufel und Lawinensonde sind Pflicht. Zusätzlich sollte man aber auch ein Handy und eine Rucksackapotheke immer mitnehmen. Krenn: „Schließlich sollte man vor Ort noch einmal beurteilen, ob die Lage nun gefährlich ist oder nicht.“
Ein Allheilmittel gegen Lawinen gibt es leider noch nicht.

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