Wolfgang Pfister
Ziemlichen Wirbel haben Zeitungsmeldungen über die beabsichtigte Gründung einer „bürgerlichen“ Bürgerliste in Judenburg ausgelöst. Als Folge gab GR Dr. Gudrun Uran ihr Ausscheiden aus dem Gemeinderat bekannt.
Dass hier in der Kommunikation einiges schiefgelaufen ist, dürfte inzwischen auch jenem Informanten, der die Botschaft zur „Kleinen Zeitung“ getragen hat, klar sein. Die Tageszeitung berichtete als erste über das, was einige anfangs für ein Gerücht hielten. Dass dem nicht so war, ist bei unseren eigenen Recherchen zu diesem Thema relativ schnell klar geworden.
Unklar ist, ob es nun trotz der voreiligen Ankündigung mit all ihren sicher unbeabsichtigten negativen Folgen, auch tatsächlich eine Bürgerliste geben wird, oder ob die Sache inzwischen gestorben ist.
Bei einem Pressegespräch im Café Flair konnte Vizebgm. Ing. Wolfgang Toperczer darauf keine Antwort geben. Er schloss aber nicht aus, dass es nach wie vor solche Bestrebungen geben könnte. Grundsätzlich habe er kein Problem mit Bürgerlisten, die ein brauchbares Mittel für mehr direkte Demokratie darstellen würden. Eine Abwechslung wäre in Judenburg, wo nahezu alles „Rot“ sei, durchaus wünschenswert, meinte Toperczer.
Viel mehr lag dem ÖVP-Stadtparteiobmann aber daran, die seriöse Arbeit seiner Mitstreiter zu loben. „Alles korrekte, untadelige Leute, die sich allesamt ehrenamtlich für das Gemeinwohl einsetzen würden. Bernd Pollhammer, Eva Schein, Alfred Kaltenegger und nun auch Norbert Steinwidder, der künftig den Platz von Gudrun Uran einnehmen wird. Steinwidder hat in der Vergangenheit u. a. bereits politische Erfahrung als Stadtchef der JVP gesammelt.
„Ohne ÖVP gäbe es z. B. keinen Sternenturm und auch keine Simultania“, so Toperczer, der klarstellte, dass sein Team für den Dienst und die Arbeit für die Gesellschaft stehe. „Zurzeit arbeiten wir auch intensiv an einem Verkehrskonzept für Judenburg. Hier sind Personen am Werk, denen man vertrauen kann“.
Mit Leuten, die auftauchen, etwas behaupten und dann auf Tauchstation gehen würden, könne er nichts anfangen. Die ÖVP habe durch das Lancieren einer Nachricht an die Presse Schaden genommen. Der auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen VP-Gemeinderätin Gudrun Uran streute Toperczer Rosen für ihr Engagement in der Gemeindepolitik. „Leute, die sich über ihre Arbeit und über ihre privaten Interessen hinaus für die Allgemeinheit einsetzen, verdienen Hochachtung und Respekt“, sagte Toperczer, der daraufhin den 46-jährigen Unternehmer Norbert Steinwidder als Nachfolger von Gudrun Uran präsentierte.
Er begrüße es nicht, auf diesem Wege wieder in die Stadtpolitik einzutreten, sei aber gerne dazu bereit, sich aktiv und konstruktiv einzubringen.







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