Wirtschaft spürt den "Herbstwind"

von Sandra Glanzer aus Klagenfurt | am 01.09.2010 | 156 mal gelesen | 0 Kommentare | 0 Bildkommentare | 1 Bild
Microchips und Co. sind wieder gefragt: Die Elektronikbranche ist eine der ersten, die den wirtschaftlichen Aufschwung registriert. Aber auch andere Bereiche ziehen nach. Das Baugewerbe hinkt allerdings nach, da Bund, Land und Gemeinden sparen

Ist die Krise schon vorbei? Die WOCHE hörte sich um. Der Tenor: Der Wirtschaftsmotor springt langsam an!

Österreichweit wird derzeit von einem Wirtschaftswachstum von rund 1,5 Prozent ausgegangen. Trifft diese Prognose auch auf Klagenfurter Betriebe zu?
„Der Aufschwung ist von Branche zu Branche unterschiedlich spürbar“, so Manfred Habich, WK-Bezirksstellenobmann von Klagenfurt Land. „Im Industriebereich bessert sich die Lage zunehmend, im Baugewerbe macht sich die Krise zeitversetzt erst seit einem halben Jahr bemerkbar. Es geht um Einbrüche von 20 bis 30 Prozent.“
Unternehmen aus dem Elektronikbereich (z.B. Infineon, Flextronics) verspüren „aktuell ein starkes Wachstum“, weiß Michael Velmeden, Obmann des [micro] electronic clusters und GF von CMS Electronics. „Bei CMS konnten wir in der Krise den Mitarbeiterstand durch Kurzarbeit halten, mittlerweile haben wir sogar aufgestockt.“ Trotzdem sei es schwer, abzuschätzen, wie stabil die Lage bleibt: „Wir sind aber zuversichtlich.“
Positiv gestimmt ist auch Karl Heinz Kaiser (Kaiser Industries, Köttmannsdorf): „Uns traf die Krise hart, besonders heuer. Deshalb haben wir den Verkauf verstärkt und mussten niemanden entlassen. Mittlerweile weht der wirtschaftliche Herbstwind.“

Zeitversetzter Aufschwung

Bei Fliesen Leeb geht es auch langsam aufwärts. „Im Neubaubereich merken wir noch nichts, denn im Baunebengewerbe wirken sich Krise und Aufschwung erst später aus – in diesem Fall circa ein dreiviertel Jahr zeitverzögert“, weiß GF Gerhard Oleschko. 80 Prozent der Leeb-Kundschaft sind private Häuslbauer, die – von positiven Medienberichten beeinflusst – wieder vermehrt investieren. Oleschko: „Der Sanierungsbereich hat schon mehr angezogen. Wir verzeichnen fünf bis zehn Prozent mehr Aufträge als im letzten Jahr.“
Alpine-Chef Fritz Schabkar bestätigt Habichs Aussagen. In der Baubranche bemerke man den Aufschwung noch nicht. Schabkar glaubt, dass sich dieser erst „in zwei bis drei Jahren“ einstellt. Momentan ist die Auftragslage weiter im Fallen – die öffentliche Hand spart. „Unser Ziel ist, die bestehenden Arbeitskräfte zu erhalten.“
Dass es das Baugewerbe noch schlimmer treffen könnte, glaubt Werner Kogler (Krantechnik, Maria Saal) nicht: „Bei uns haben sich die Umsätze halbiert, aber seit April geht es aufwärts. In der Krise haben wir auf Forschung und Entwicklung gesetzt, so musste kein Mitarbeiter gehen.“
Die krisengeschüttelte Fahrzeugbranche erholt sich wieder, wovon auch Magna als Automobilzulieferer profitiert: „Wenn der Autoabsatz, wie derzeit, wieder etwas anzieht, wirkt sich das synchron auf Zulieferer wie uns aus“, sagt Sprecher Daniel Witzani. Im Klagenfurter Werk arbeiten derzeit etwa 100 Personen (inkl. Leiharbeiter). „Fachkräfte und Spezialisten suchen wir immer.“
Übrigens: Fliesen Leeb sucht ebenfalls „laufend qualifizierte Arbeitskräfte – im Verkauf und Controlling“. Für den 3-Schicht-Betrieb hat CMS Electronis auch noch Jobs zu vergeben.

Autoren: Sandra Glanzer/Vanessa Pichler

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