LHStv. Peter kaiser: Rheuma-Ambulanz im LKH Villach eröffnet
Rheuma-Ambulanz im LKH Villach eröffnet
LHStv. Kaiser: Wichtiger Schritt für Versorgung von West-Kärnten
Rund 15.000 Kärntnerinnen und Kärntner leiden unter Rheuma. Zählt man die rheumatischen Entzündungen dazu sind es sogar 150.000. Um ihnen eine bessere Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, wird jetzt am LKH Villach auf Initiative von Gesundheitsreferent LHStv. Peter Kaiser eine eigene Rheumaambulanz installiert. Das gab Kaiser heute im Rahmen einer Pressekonferenz im LKH Villach bekannt.
„Mit dieser neu eingerichteten Ambulanz bekommen viele Betroffene eine noch bessere Hilfestellung und die Möglichkeit, durch entsprechende und schnellere Behandlung Lebensqualität zu gewinnen“, freut sich Kaiser. Die neue Ambulanz deckt aber nicht nur den Bedarf der medizinischen Versorgung ab - in Villach werden nun auch junge Fachärzte ausgebildet.
„Die Installierung der Ambulanz ist versorgungstechnisch ein sehr wichtiger Schritt. Ab sofort wird auch der Bedarf in der Region West-Kärnten langfristig gedeckt“, zeigt sich auch KABEG-Direktorin Dipl.-Kff. Ines Manegold erfreut.
Die Rheuma-Ambulanz ist organisatorisch der Internen Abteilung unterstellt. Vorstand Prim. Dr. Harald Wimmer begrüßt den „Schritt in die richtige Richtung“: „Ein Meilenstein in der Versorgung ist gelungen“, sagt Wimmer, der sich ausdrücklich bei LHStv. Dr. Kaiser und KABEG-Direktorin Manegold bedankt. Bisher mussten Rheuma-Patienten für eine optimale Behandlung bis nach Klagenfurt fahren. Im Klinikum Klagenfurt am Wörthersee gab es schon bisher eine Rheuma-Ambulanz. Neben dem KABEG-Haus bietet nur noch das Krankenhaus der Elisabethinen eine Versorgung an.
Geleitet wird die neue Rheumaambulanz am LKH Villach von Primarius Dr. Wolfgang Thoma, der auch die Ausbildung entsprechender Fachärzte übernehmen wird. „Gerade bei Rheuma ist eine frühe Diagnose wichtig, um die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten“, so Thoma. Für den Rheumatologen ist es entscheidend, dass „Patienten trotz der unheilbaren Krankheit beschwerdefrei bleiben und ein Stillstand von Rheuma erreicht wird“. Damit wird unter anderem gewährleistet, dass Patienten auch im Berufsleben bleiben können.
Die Rheuma-Ambulanz wird vorerst als „Zuweiser-Ambulanz“ funktionieren. „Haus- und niedergelassene Fachärzte haben die Möglichkeit, Patienten zu uns zu überweisen“, berichtet der Betriebsdirektor des LKH Villach, Mag. Karl Wulz. Im Laufe der Zeit soll die Ambulanz dann „ausgebaut“ werden.
Erfreut zeigt sich auch Gertraud Tschachler von der Selbsthilfegruppe „Rheuma“: „Viele Betroffene hatten in der Vergangenheit das Problem, keinen geeigneten Arzt zu finden. Rheuma wurde teilweise viel zu spät diagnostiziert“.
Auf die Wichtigkeit der Gesundheitsversorgung weist auch Villachs Stadträtin Hilde Schaumberger hin: „Die Gesundheitsversorgung ist für die Villacher Bevölkerung laut einer aktuellen Umfrage ein wichtiger Eckpfeiler und das LKH Villach hat einen besonders hohen Stellenwert, der jetzt ergänzt durch die neue Rheumaambulanz wesentlich zum Wohlergehen der Menschen beiträgt.“
Infos zu Rheuma:
In Kärnten sind etwa 15.000 Menschen von einer rheumatischen Erkrankung betroffen. Zählt man die rheumatischen Entzündungen dazu sind es sogar 150.000. Obwohl ab einem Alter von 55 Jahren schon fast 40 Prozent zu den Betroffenen zählen, kann die Krankheit auch Jüngere treffen. „Rheuma macht auch vor Kindern uns Jugendlichen nicht Halt“, warnen die Mediziner Wimmer und Thoma. Österreichweit erkranken jährlich rund 120 Kinder an Rheuma. Erste Symptome für entzündliches Rheuma sind ein allgemeines Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit, gelegentlich auch nächtliche Schweißausbrüche, Fieber, Müdigkeit sowie häufig Gelenkssteife am Morgen. Die Gelenkssteife tritt am Anfang meistens in den Fingern auf. Das führt dazu, dass man morgens die Faust nicht schließen kann. Prinzipiell gilt: Wenn ein schmerzhaftes oder geschwollenes Gelenk auftritt, das nicht auf einen Unfall zurückzuführen ist, sollte man einen Rheumatologen aufsuchen.
Um Patienten bestmöglich zu versorgen, appelliert Prim. Dr. Thoma, an eine Vernetzung der Spitäler. „Nur durch eine enge Zusammenarbeit können wir Betroffenen optimal therapieren.“
