„Ich brauche keine Kreditkarte!“

von Vanessa Pichler aus Klagenfurt | am 01.09.2010 | 605 mal gelesen | 0 Kommentare | 0 Bildkommentare | 1 Bild
Harald Dobernig, blauer Finanz- und Kulturlandesrat

Harald Dobernig, jüngster Landesrat, feiert seinen Dreißiger. Der Politiker ganz privat.

Am Freitag, 3. September, feiert Kärntens mit Abstand jüngster Landesrat, Harald Dobernig (FPK), seinen 30. Geburtstag. Im WOCHE-Gespräch nahm der Finanz- und Kulturreferent Stellung zu …

… Arbeit am Bauernhof: „Nach einer Einschulung traue ich mir schon zu, Bauer zu werden. Zuhause in Maria Saal haben wir einen Schweinebetrieb mit Ferkelproduktion.“
… Politik: „Ich war ein Jahr alt, als der FPÖ-,Club 3‘ bei uns im Wirtshaus begann. Ich bin zu 100 Prozent mit Politik aufgewachsen. Es hat nie eine Diskussion gegeben, ob ich ein Bauernbundmitglied werde.“
… der Frage, ob er zu jung ist für diese Verantwortung: „Ich musste in den ersten Wochen lernen über mich selbst zu lesen. In Kärnten Politik zu betreiben ist kein Honigschlecken. Als ich die Aufgabe übernahm, herrschte ein Ausnahmezustand. Ich dachte nur: ,Reinbeißen und gemma.‘ Jetzt kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen.“
… seiner 30er-Feier: „In einem privaten Kreis, ohne öffentliches Tamtam, in Klagenfurt. Aber mehr als 100 Leute werden es schon sein.“
… Urlaub: „Ich bin von klein auf gewöhnt, sieben Tage die Woche zu arbeiten. Deswegen kenne ich Urlaube nicht. Ich will mir die Zeit nicht nehmen, 14 Tage weg zu sein. Ich ging heuer auch nicht baden: Zuerst bis Mitte Juli das Budget, dann der Rückstau an Terminen.“
… Wirtshauskindern: „Lernen sich rasch anzupassen, sind nicht so schmerzempfindlich. Ein Wirtshaus ist eben keine geschützte Werkstätte. Man lernt, wie man Konfliktsituationen früher abfedern kann.“
… (Nicht-)Lesen: „Hier hat man etwas bewusst falsch dargestellt. Ich lasse mich nicht als Fußabstreifer hinstellen! Ich lese natürlich Bücher, auch Fachliteratur. Und, ja, ich bin mittlerweile auch ein Experte, was den 10. Oktober und den Abwehrkampf betrifft.“
… 10. Oktober: „Mich wundert es, dass sich die SPÖ-Parteiführung von der Geschichte verabschiedet, man kategorisch ablehnt, einen Kärntneranzug anzuziehen und sich bei keiner Veranstaltung blicken lässt. Das ist so wie wenn ich als Finanzreferent sage, ich möchte nichts mit dem Budget zu tun haben.“
… seiner Brieftasche: „Ich hab’ nur Bargeld eingesteckt. Ich halte auch nichts von Kreditkarten. Ich besitze nur eine normale Bankomatkarte. Mit Bargeld hat man beim Kauf einen Bezug: Geld hin, Ware her.“
… Sparen: „Ich habe 1999 versucht, an der Börse mein Geld zu vervielfachen und bin damit auf die Nase gefallen. Aktien würde ich in dem Maße wie damals niemals mehr kaufen. Ich habe jetzt – bei der Hypo – Sparbücher und Fixzinsprodukte, spekuliere nicht.“
… seinem CD-Player: „Da liegen Marco Ventre, die neue Nockalm-CD und Gottfried Würcher. Wenn man von klein auf Radio Kärnten hört …“
… Partnerschaft/Familie: „Für eine mögliche Partnerin ist es nicht so einfach, das Leben eines Jungpolitikers zu verkraften: Aber ja, ich möchte gerne einmal Kinder haben, aber mit Gewalt erzwingen will ich nichts. Ich verliebe mich nicht bei jedem Zeltfest aufs Neue“ (lacht).

Verfasser: Uwe Sommersguter

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