„Befristete Verträge für Landes-Manager“

LR Rumpold vermisst Mut zur Umsetzung bei der FPK und der SPÖ und nimmt sich selbst viel vor

Neo-Landesrat Achill Rumpold hat sich viel vorgenommen. Und kritisiert fehlenden Mut bei SPÖ und FPK.

Vor knapp drei Wochen wurde Achill Rumpold als ÖVP-Landesrat und damit Nachfolger von Josef Martinz angelobt. „Wenn man mich als Sportler fragt, bin ich froh, dass ich gut trainiert bin“, kommentiert er die ersten Wochen im Amt. Schließlich sei er mit den Gehaltsverhandlungen für die rund 4.000 Landesbediensteten „ins kalte Wasser geworfen worden“. – „Die Aufgabe ist eine Herausforderung, aber sie belastet mich nicht.“
Mit der Weiterentwicklung der Landesgesellschaften steht nun der nächste große Brocken auf der Agenda von Rumpold. Sein Ziel: „Keine Schnellschüsse, sondern ein klarer Ablauf.“ Zuerst soll die Struktur definiert werden, danach die Strategie – erst „dann sprechen wir über Personalia“.

Befristete Manager-Verträge
Dass akut Entscheidungen anstehen – schließlich stehen die Verträge einiger Manager in landesnahen Gesellschaften (darunter: Kärnten Werber Christian Kresse, KTH-Boss Friedrich Morri, Flughafen-Chef Johannes Gatterer) zur Verlängerung an –, will der Neo-Landesrat so lösen: „Verlängerungen der maßgeblichen Geschäftsführer darf es vorerst nur begrenzt geben.“
Statt gängiger Fünf-Jahres-Verträge soll es kurzfristige geben, „bis die Struktur der Landesholding steht“. Die Bereitschaft der betroffenen Personen „wird es geben müssen“, findet Rumpold klare Worte – auch, was die Maximal-Gehälter betrifft: „Es wird da und dort Einschnitte geben“, so der Landesrat.
Befristete Verträge soll es auch für die Holding-Vorstände Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander geben, obwohl ihnen – dem Vernehmen nach – wie Martinz eine Anklage in der Birnbacher-Causa droht. „Ich werde niemanden vorverurteilen; sie haben das Recht, auf ein Urteil zu warten.“

Anlauf für Seenverkauf
Warten heißt es weiter auch beim Verkauf der Seeliegenschaften. „Die damalige Fehlentscheidung zum Ankauf belastet den Zukunftsfonds schwer“, kritisiert Rumpold. Für Liegenschaften am Hafner See, Maltschacher See und das Feriendorf am Ossiacher See ließ das Land Kärnten vor fünf Jahren rund 48 Millionen Euro springen. Bisherige Verkaufsabsichten sind gescheitert.
Nun soll es einen neuen Anlauf geben; ein weiterer Verkaufsprozess sei in Vorbereitung. Potenzielle Interessenten sollen – so Rumpolds Wunsch – „die Liegenschaften nicht nur kaufen, sondern daraus etwas machen“. Das „Allerschönste wäre, eine internationale Schule etablieren zu können“. – Froh wäre Rumpold über einen „Investor, der eine Wertschöpfung zustande bringt“. Viel vor hat Rumpold auch, wenn es um die Abgangsgemeinden in Kärnten geht. „Wir haben 68 Kommunen übernommen und auf 32 mehr als halbiert“, ist er mit der Zwischenbilanz zufrieden. Diesen Trend möchte er heuer fortsetzen, „auch wenn es eine schlechtere Ertragslage gibt“. Klares Ziel: „Am Ende der Periode keine Abgangsgemeinden mehr zu haben“.
Ein Mittel zur Reduzierung sieht Rumpold in Verwaltungskooperationen mit anderen Gemeinden. „Ich werde jede Gemeinde unterstützen, die das will.“ Eine „übergestülpte Regel“ soll es nicht geben.
Weitere ÖVP-Vorstöße zur Abschaffung des Proporzes in Kärnten kündigt Rumpold an. Daran, dass sich die FPK in dieser Angelegenheit doch noch bewegt, zweifelt er allerdings. Insgesamt „fehlt mir zeitweise der Mut bei der FPK und der SPÖ“. – „Wenn fünf Leute aus der Bevölkerung anrufen, bekommen sie weiche Knie und trauen sich nichts mehr umzusetzen“, kritisiert er.


Zur Person - Privates:
Achill Rumpold beschreibt sich als „glücklicher, optimistischer Mensch, der geprägt ist vom positiven Zugang zum Leben meiner Eltern“.

Seine Leidenschaften: Lesen, Reisen, Eishockeyspielen, Skifahren.

Der gebürtige Albecker hat in Graz Jus studiert und lebt nun in Klagenfurt. Im März wird Rumpold Vater.


Autoren: Uwe Sommersguter, Gerd Leitner

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