„… sag niemals nie!“
St. Veits Bürgermeister Gerhard Mock (SPÖ) geht mit seinem Berufsstand und seiner Partei hart ins Gericht.
Der St. Veiter SPÖ-Bürgermeister Gerhard Mock schließt nicht aus, sich um die Nachfolge des glücklosen SP-Chefs Reinhart Rohr zu bewerben. Zwar sei dies „aus heutiger Sicht nicht vorstellbar“, so Mock, aber: „Sag niemals nie.“ Mock erinnert, dass er 2006 beim SP-Parteitag Gaby Schaunig und Reinhart Rohr (Letzterem knapp) unterlegen war. Schaunig ist heute Parteigeschichte, Rohr soll es spätestens im Herbst 2010 sein: „Der Parteitag hat sich geirrt“, lautet daher der Befund Mocks.
Dieser geht hart ins Gericht mit den führenden Genossen: „Leute, die nichts zusammenbringen, machen jetzt einen Arbeitskreis“, wettert der SP-Politiker. „Dabei müssen wir jetzt nur eines tun: Die Arbeitnehmer im Land vertreten. Oder wir müssen akzeptieren, dass es sonst andere für uns machen.“ Mock fordert seine Partei auf, sich ihrer Wurzeln zu besinnen. Und er kritisiert seinen Berufsstand scharf: „Viele sind deshalb in der Politik, weil der Job mit hohem Gehalt, angenehmen Dienstzeiten und Privilegien verbunden ist.“ Ganz im Gegensatz zur Situation der Arbeitnehmer im Land: „Vielen Arbeitern geht es beschissen. Eine Vermögenssteuer berührt keinen. Die Menschen brauchen mehr Gehalt. – Zehn Prozent mehr KV-Lohn.“
Doch viele Politiker seien vor allem mit sich selber beschäftigt, klagt Mock. Die Gedankenwelt vieler Politiker sei folgende: „Wie kann er bleiben? Wie kann er die Einnahmen erhöhen? Wie kann er Verwandte unterbringen?“ – „Diese Gier, das Nie-Genug-Haben, stört die Wähler. Keiner fragt den Schöpfer, wie er mit 1.200 Euro auskommt.“ Ein Politiker müsse sich auch trauen, den Bankmanagern ein „Schleicht’s euch!“ entgegenzurufen. „Ihr Parasiten habt uns ums Geld geprellt!“ Mock richtet zudem einen Vorschlag an die SPÖ-Regierungsmitglieder: „Ich würde mich beim Landeshauptmann beschweren, dass ich zuwenig Arbeit habe. Denn für die Referate der SPÖ reicht auch ein Landesrat aus.“
USO
