,,Irre, was der Körper im Stande ist, zu leisten"

Markus Mlinar erreichte beim Ironman 70.3 in Südafrika Platz 12. (Foto: finisherpix.com)

Markus Mlinar
erkämpfte sich beim Ironman 70.3 in
Südafrika Platz 12!

SCHÖDER. Würden Sie bei einer Außentemperatur zwischen 37 und 38 Grad Celsius 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Rad fahren und 21 Kilometer Laufen? Wohl kaum. Und was würden Sie denken, wenn Ihnen ein Bekannter sagt, er trainiert zwischen 50 und 60 Stunden pro Woche? Vermutlich: der spinnt!

Eine Aussage, die Markus Mlinar durchaus schon öfter gehört hat und die er mit einem Lächeln „kommentiert“. Der 31-jährige Schöderer ist erfolgreicher Triathlon-Profi und die 50 bis 60 Trainingsstunden pro Woche sind beinharte Realität. Ja, Erfolg hat seinen Preis.

Dabei hat Markus erst vor gut vier Jahren mit dem Triathlon begonnen. Zuvor war der gelernte Tischler zwar „immer sehr sportlich, aber nie extrem“. „Ich hab mit lockerem Laufen und Ergometer-Training begonnen. Zudem war ich zu diesem Zeitpunkt absoluter Nichtschwimmer“, erzählt Markus. Klingt unglaubwürdig, wenn man sich die Zeiten anschaut, die Markus beim Schwimmen hinlegt.

Dem regelmäßigen Spaß-Training ging eine messbare Leistungssteigerung einher und bald folgte der erste Hobbybewerb in Klagenfurt, wo er auf Anhieb Platz 9 erreichte. Damit war der Einstieg in die „Szene“ geschafft – der Ironman Klagenfurt, diverse nationale und internationale Halbmarathons, der Ironman 70.3 in Texas etc. die nächsten Stationen.


Platz 12 von 3.000 Startern

Erst Ende Jänner dieses Jahres hat der Ausnahmeathlet - abseits jeglichen Medienrummels - wieder für eine rot-weiß-rote Topplatzierung gesorgt. Schauplatz war der Ironman 70.3 in Südafrika. 3.000 Topsportler stürzten sich bei sengender Hitze in die Fluten und obwohl Markus beim Schwimmen durch den Verlust seiner Brille etwas gehandicapt war, ging er als Zwölfter mit einer Zeit von 4:37:26 durch das Ziel. Eine Leistung, mit der Markus zufrieden ist, aber sich gleichzeitig mit Worten wie „besser geht’s immer“, selbst zu neuen Höchstleistungen motiviert.

Apropos Motivation. Die hat dem 31-Jährigen bislang noch nicht gefehlt. Vom berühmten „inneren Schweinehund“, der manchmal eben stärker ist, ist bei Markus keine Spur. „Zugegeben, manchmal kostet es schon Überwindung, sich nach dem Schwimm- und Lauftraining am Vormittag noch für 4-5 Stunden auf den Ergometer zu setzen, aber meine größte Stärke und gleichzeitig auch größte Schwäche ist eben mein Ehrgeiz“, verrät Markus.

Die nötige Kraft für die Wettkämpfe holt sich Markus nicht zuletzt bei seiner Familie und seinem Team. Freundin Gerlinde und Marcel halten dem Schöderer nicht nur die Daumen, sondern vor allem auch „den Rücken frei“. Eine wertvolle Stütze, damit sich der Profi ganz auf seinen Sport und seine Passion konzentrieren kann.

Was andere als „Schinderei“ abtun, ist für Markus Faszination pur. „Es sind der Mix der verschiedenen Sportarten, die Abwechslung und die körperliche Grenzerfahrung, die mich am Triathlon so reizen“, verrät er lachend. Bewerbe werden mit seinem Trainer und Freund Marcel Diechtler (Ehemann von Kate Allen) abgesprochen, denn das große Ziel ist es natürlich, einmal im Leben einen Ironman für sich zu entscheiden. „Ich versuche meine Ziele immer zu fokusieren und weiß, dass ich es schaffen kann, denn Sieg und Niederlage werden im Kopf entschieden“!

Martina Bärnthaler

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