Zusammenlegung? Nein, danke

Bürgermeister Hermann Grassl und die Ökoregionsgemeinden ließen die Bürger sprechen. KK

Mit Schreiben vom 5. Oktober haben Landeshauptmann Franz Voves und Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer alle steirischen Gemeinden aufgefordert, bis 31.1.2012 bekanntzugeben, ob sie sich freiwillig mit einer oder mehreren anderen Gemeinden zusammenlegen wollen.
In der Ökoregion Kaindorf reagierten die Gemeinden Kaindorf, Hartl, Ebersdorf, Hofkirchen, Tiefenbach und Dienersdorf sowie Großhart, welche nicht zur Ökoregion gehört, aber trotzdem die Bewohner befragte, sofort und ließen die Bürger abstimmen. In Kaindorf war es mit einem Prozentsatz von 55,92 zu 44,08 gegen eine Zusammenlegung „relativ“ knapp, in den anderen Gemeinden lag das Votum zwischen 85 und 96 Prozent gegen eine Zusammenlegung.
„Das ist eine deutliche Sprache des Volkes, der man auf Seiten des Landes auf jeden Fall Rechnung tragen wird“, sagt Hartls Bürgermeister Hermann Grassl. Die hohe Wahlbeteiligung von etwa 85 Prozent ist ein Indiz dafür, dass die Bürger an dieser Diskussion hochinteressiert sind, und sie haben mit ihrer Stimme ein deutliches Zeichen gegen eine Zusammenlegung gesetzt. Bürgermeister Grassl respektiert den Willen des Volkes und wird sich für die Beibehaltung der bisherigen Strukturen einsetzen.
„Wir brauchen bei guter Zusammenarbeit den Wettbewerb der Gemeinden innerhalb der Kleinregion, um als Ökoregion bei Nachhaltigkeit und der Schaffung von Arbeitsplätzen als Musterregion an der Spitze zu bleiben. Nur im kleinräumigen Direktkontakt mit der Bevölkerung ist es zu schaffen, möglichst alle Gemeindebürger zu einem Umdenken ihrer Lebensgewohnheiten zu bringen und bald eine CO2 neutrale Region zu werden. Jede unserer Gemeinden hat ein eigenständiges Dorfleben, eine dichte Vereinsstruktur und viele Aktivbürger. Wir sind eine Region, wo Nachbarschaftshilfe und Ehrenamtlichkeit gelebt wird. Das soll so bleiben! Wir haben eine gut ausgebaute Infrastruktur, die für die nächsten Jahrzehnte errichtet wurde, und die wir in Zukunft nützen wollen“, sagt Grassl.
Das eindeutige Wahlergebnis zugunsten der Eigenständigkeit der Gemeinden zeigt, dass das Vertrauen der Bürger in ihre Vertretungen sehr groß ist und man ihnen zutraut, die Aufgaben und Probleme der Zukunft zu meistern.
Die wirtschaftliche Situation dieser Gemeinden ist wesentlich besser als die des Landes und Bundes. Bereits in diesen Tagen beraten die Gemeindevorstände der sechs Ökoregionsgemeinden die Maßnahmen des regionalen Entwicklungskonzeptes. Es soll festgelegt werden, was besser in der Kleinregion gemeinsam gelöst werden kann und was besser in der jeweiligen Gemeinde umzusetzen ist.

Ergebniss:
Dienersdorf
Wahlbeteiligung: 72,1%
Dafür: 14,3%
Dagegen: 85,7%
Ebersdorf
Wahlbeteiligung: 70,6%
Dafür: 6,7%
Dagegen: 93,3%
Großhart
Wahlbeteiligung: 84,9%
Dafür: 4,3%
Dagegen: 95,7%
Hartl
Wahlbeteiligung: 87%
Dafür: 3,6%
Dagegen: 96,4
Hofkirchen
Wahlbeteiligung: 73,2%
Dafür: 12,7%
Dagegen: 87,3%
Kaindorf
Wahlbeteiligung: 35,7%
Dafür: 44,1%
Dagegen: 55,9%
Tiefenbach
Wahlbeteiligung: 64,3%
Dafür: 13,7%
Dagegen: 86,3%
GESAMT
Wahlbeteiligung: 65,7%
Dafür: 13%
Dagegen: 87%

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