Schulen stehen vor dem Aus

Unsere Schule - das Herz im Dorf: Schüler und Eltern der Volksschule Festenburg wehren sich gegen die Schulschließung. Foto: KK

Auch der Bezirk Hartberg ist von den Schulschließungen betroffen.
Vollkommen überrascht wurden Gemeindevertreter, Lehrer, Eltern und Schüler vom ersten Zwischenbericht zum „Regionalen Bildungsplan“ für die Steiermark, der eine Optimierung von Schulstandorten vorsieht. Zugunsten der Erhöhung der Bildungsqualität und des besseren Einsatzes der vorhandenen Mittel sollen in der Steiermark insgesamt 36 Volksschulen, zwei Hauptschulen und drei polytechnische Klassen geschlossen werden.
Im Bezirk Hartberg sind folgende Standorte von den Schließungen betroffen: Volksschulen: Ehrenschachen, Festenburg; Hauptschule: Wenigzell; PTS Klasse: Bad Waltersdorf.

Bildungsqualität
Dazu Bildungslandesrätin Elisabeth Grossmann: „Mir ist wichtig, dass die steirische Schullandschaft vorausschauend gestaltet wird und vor allem die Bildungsqualität im Vordergrund steht. Ressourcen werden zielgerichteter und bedarfsgerecht eingesetzt, um für alle Schülerinnen und Schüler in der Steiermark Chancengerechtigkeit zu verwirklichen. Die frei werdenden Ressourcen werden für eine bessere Förderung der Kinder investiert.“

Reaktionen
Bezirksschulinspektor Günter Raser: An den betroffenen Schulen wird ausgezeichnete pädagogische Arbeit zum Wohle der Schüler geleistet. Gleichzeitig sind für mich die Argumente nachvollziehbar, dass es durch die 1.000 frei werdenden Lehrerinnenwochenstunden zu Qualitätssteigerungen kommt. Für die Gesamtsituation sicher positiv, für die Standorte, die geschlossen werden sollen, trotzdem schwierig.
Ich habe mit den Schulleitern umgehend Kontakt aufgenommen, die Betroffenheit ist natürlich sehr groß. Obwohl es mir um jeden Standort leid tut, ist die Entscheidung zu akzeptieren.
Bgm. Herbert Hofer, Wenigzell: Für mich eine Frechheit, wie mit den Betroffenen umgegangen wird. Wir wurden im Vorfeld weder kontaktiert noch informiert. Eine weitere Maßnahme, die dazu beiträgt, den ländlichen Raum umzubringen. Bei uns stehen mit einem Schlag 800 m² leer, allein die Erhaltung kostet 12.000 Euro im Jahr, ein Umbau rund eineinhalb Millionen. Wer soll dafür aufkommen? Als Pädagoge weiß ich, dass es für Schüler keine besseren Rahmenbedigungen gibt als in kleinen Schulklassen. Die Neue Mittelschule, die als Argument für die Schließung angeführt wird, ist bis jetzt weder organisiert noch umsetzbar.
Bgm. Karl Mathä, Friedberg (VS Ehrenschachen): Mit mir hat im Vorfeld niemand gesprochen, ich bin von der bevorstehenden Schließung der Volksschule Ehrenschachen vollkommen überrascht worden. Wir werden die Situation im Gemeinderat besprechen, Fragen, wie man die Schüler aus Ehrenschachen in Friedberg integrieren kann bzw. wie das Gebäude nachgenutzt werden soll, müssen geklärt werden. Für mich ist es unverständlich, warum Schulen mit weniger Schülern als in Ehrenschachen erhalten bleiben.
Bgm. Hermann Pferschy, St. Lorenzen am Wechsel (VS Festenburg): Die Vorgangsweise ist nicht in Ordnung, die Entscheidung für mich nicht nachvollziehbar. Das Schulgebäude in Festenburg ist in bestem Zustand, die Schülerzahlen sind steigend. Wir werden die Entscheidung sicher nicht kommentarlos hinnehmen, es wird sicher zu Protestmaßnahmen kommen.

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