Kampf um die Volksschule Festenburg
Die Bewohner von Festenburg wehren sich vehement gegen die Schließung.
Bei einer Bürgerversammlung im Gasthaus Schwarz in Demmeldorf gaben sie ihrem Unmut Ausdruck.
Gerade im Jubiläumsjahr 110 Jahre Volksschule Festenburg kam die Nachricht von der Schließung der Schule wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Obwohl die Schülerzahlen in den kommenden Jahren wieder steigend sind, 2012/13: 24 Kinder, 2013/14: 27 Kinder, 2014/15: 26 Kinder und die Schule gerade erst vor wenigen Jahren generalsaniert wurde, will man diese seitens des Landes schließen.
Bürgerversammlung
Bgm. Hermann Pferschy, der zur Bürgerversammlung geladen hatte: „Ich habe aus den Medien erfahren, dass die Schule geschlossen wird.“
Mehr als 50 Personen fanden nur einen Stehplatz im überfüllten Saal, so viele Bewohner der Pfarre waren gekommen, um ihren politischen Frust kundzutun.
Pferschy informierte darüber, dass er sofort Schritte gegen die geplante Schließung eingeleitet habe. Alle steirischen Gemeinden, die ebenfalls von einer Schließung ihrer Schule betroffen sind, haben sich bereits am Vortag in Leoben getroffen und ein gemeinsames Vorgehen beschlossen.
Landesrätin fehlte
Alle vier Landtagsabgeordneten, Waltraud Schwammer, Hubert Lang (beide ÖVP), Wolfgang Böhmer (SPÖ) und Anton Kogler (FPÖ), die Bgm. und Vzbgm. Hermann Pferschy und Helmut Schantl (beide St. Lorenzen a. W.), Josef Freiberger und Dietmar Prenner (beide Mönichwald) nahmen am Podium Platz. Einzige Nichtpolitikerin in dieser Runde war Schulleiterin Christa Hutz. Trotz Einladung nicht nach Festenburg gekommen war Bildungslandesrätin Elisabeth Grossmann, obwohl sie in Greinbach bei der SPÖ-Bezirksfrauenkonferenz war. Die Abwesenheit brachte ihr natürlich herbe Kritik ein.
Infos durch Abgeordnete
Die LAbg. Schwammer und Böhmer, beide Lehrer, versuchten die pädagogischen Gründe für die Maßnahme zu erläutern. „Ich werde um die Erhaltung der Schule kämpfen“, so LAbg. Kogler und stellte sich hinter die Betroffenen. Vzbgm. Helmut Schantl stellte eine Einsparung überhaupt in Frage: „Die Schule kostet uns derzeit 20.000 bis 25.000 Euro. Bei einer Schließung muss das Gebäude weiter erhalten bleiben, da auch der Musikverein Festenburg darin untergebracht ist. Zusätzlich müssen wir dann mehr als 10.000 Euro an Schulgeld nach Mönichwald zahlen“.
Rege Diskussion
In der Diskussion brachten die betroffenen Eltern ihren Ärger zum Ausdruck.
Eine betroffene Mutter erzählte, dass sie von Wien gerade wegen der Volksschule wieder nach Festenburg gezogen sind und ihr Mann nun täglich mehr als 200 km pendeln muss.
„Die Kinder sind sehr belastet mit der jetzigen Situation und fragen mich jeden Tag, wie es weitergehen wird“, so Schulleiterin Hutz, deren Arbeit von vielen Eltern sehr geschätzt wird.
Einstimmiges Ziel
Einstimmiges Ziel war es, die Schule wenigstens „unter Beobachtung“ weiter zu erhalten, so wie es bei der VS Pongratzen der Fall ist. Alle vier Abgeordneten versprachen, ihren Teil zum Weiterbestand der Schule zu leisten und neue Wege zu finden. Hubert Lang versprach, die gesammelten Argumente für eine Schulerhaltung weiterzuleiten. Aber dass die VS Festenburg weiter bestehen bleibt, darauf wollte sich keiner festlegen.


