Der Club der GründerInnen strahlt in neuem Design

Ein gut besuchter Auftakt ins neue Club-Jahr: Das Restaurant iKu (im Kunsthaus) am Montagabend. (Foto: Harry Stuhlhofer)
 
Das Podium am Montag (v. l. n. r.): Johannes Robier, Andrea Keimel (Stadt Graz), Christian Gumpold, Franz Hirschmugl, Eberhard Schrempf und Reinhard Hochegger (WOCHE). (Foto: Harry Stuhlhofer)

Der erste „Club der GründerInnen“ im Jahr 2011 stand ganz im Zeichen der „City of Design“.

Graz ist seit einigen Wochen „City of Design“. Da musste natürlich der erste „Club der GründerInnen“ dieses Jahres, eine gemeinsame Aktion der WOCHE mit der Abteilung für Wirtschaft und Tourismusentwicklung der Stadt Graz, unterstützt von der SFG, nachziehen: Die Veranstaltung präsentierte sich am vergangenen Montagabend in neuem Gewand, wurde sozusagen neu „designt“. Statt der Fragerunde am Ende wird das Publikum nun laufend in die Diskussion eingebunden – was zu mehr Tiefe bei einzelnen Themen führte und von den Gästen wohlwollend angenommen wurde.

Designexperten auf dem Podium

Apropos Gäste: So viele wie noch nie kamen zum Club und diskutierten mit den Kapazundern auf dem Podium, die natürlich allesamt aus der „Designecke“ kamen. Allen voran stand CIS-Chef (Creative Industries Styria) Eberhard Schrempf. Er war eine der wesentlichen Kräfte, um den Titel für Graz überhaupt zu bekommen. Was bedeutet dieser Titel eigentlich? „Die UNESCO gründete 2004 ein Netzwerk der sogenannten Creative Cities. Design ist eine Disziplin davon“, sagt Schrempf. Dabei gehe es beim Begriff „Design“ um weit mehr als bloß um „schöne Dinge“. Schrempf: „Es geht nicht nur um die Veredelung städtischer Oberflächen, sondern soll in die Tiefe gehen.“ Design steht also für einen gestalterischen Prozess, wie Menschen ein Produkt oder eine Dienstleistung angeboten bekommen, sei es etwa in der Möbelbranche, dem Gesundheits- oder Sozialwesen oder auch im öffentlichen Raum. „Deshalb ist die City of Design auch nicht als Titel für bereits Errungenes zu sehen, sondern eine Positionierung für die Zukunft.“
Markenexperte Franz Hirschmugl, der im Übrigen die Grundidee zur bekannten Billa-Kampagne mit dem „Hausverstand“ hatte, sieht deshalb die Stadt zukünftig gefordert, um die City of Design auch wirklich zu einer Marke werden zu lassen. „Graz muss sich klar positionieren, man kann nicht alles gleichzeitig sein.“ Das beginnt für Hirschmugl bei Unterrichtsfächern in der Schule und endet nicht zuletzt in einem grundsätzlichen und ernst gemeinten Bekenntnis zu kreativen Köpfen. Beides fehle derzeit in Graz.

Design-Jungunternehmer

Im Zuge der Diskussion kristallisierte sich für alle Gäste deutlich ein „Designbegriff“ heraus: Es geht um eine intelligente Gestaltung von Lebensraum, die den Menschen möglichst hohen Nutzen bringt. Genau das hat sich der zweite Jungunternehmer des Abends, Johannes Robier, zur Aufgabe gemacht. Mit seinem Unternehmen „Youspi Consulting“ erhöht er für Kunden die Usability, also die „Benutzerfreundlichkeit“ von Produkten und Dienstleistungen. Inspiration findet er vor allem international: „Wir brauchen externe Kreative, die uns auf neue Ideen bringen. Wir müssen uns international messen.“ Die City of Design soll diesen Austausch künftig verstärken.
Einen Tipp hatte noch Yachtdesigner Christian Gumpold, Geschäftsführer von „motion code: blue“, auf Lager: „Wir haben uns klar positioniert. Deshalb reden die Leute jetzt über uns.“ Jungdesigner müssten genau wissen, was sie können und wollen.

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