Autoreifen heizen der Industrie ein

Kunststoffe werden sortiert und dreimal zerkleinert. Foto: Doppelpunkt (Foto: doppelpunkt)

Leere Joghurtbecher oder alte Reifen können noch einen guten Dienst tun – sie ersetzen Kohle und Öl.

Was der private Haushalt im gelben Sack entsorgt, leistet später noch einen guten Dienst. Denn Kunststoffe ersetzen genauso wie Autoreifen, Öle und Textilien in der Industrie die Steinkohle und das Heizöl als Brennstoffe.
„Eigentlich alle österreichischen Zementwerke verbrennen beispielsweise Kunststoffe als Ersatz für fossile Brennstoffe“, sagt Georg Zuser, Geschäftsführer von Zuser Umweltservice. Bei Zuser werden diese Abfälle zu Ersatzbrennstoffen verarbeitet. „Die Inhalte aus dem gelben Sack werden sortiert und anschließend dreimal zerkleinert. Dann werden sie verladen und mittels Zug oder LKW in die Werke gebracht, die diesen Mischkunststoff als Brennmaterial benutzen. Rund 2.500 Tonnen Steinkohle können so jedes Jahr eingespart werden.
Auch Klärschlamm wird auf diese Art noch genutzt – und er verbrennt klimaneutral. Autoreifen müssen nicht einmal zerkleinert werden, sie verbrennen meist vollständig. Bei einer „Ofentemperatur“ von 2.000 Grad Celsius werden alle organischen und toxischen Substanzen zerstört. Die Technik zur Nutzung dieser Ersatzbrennstoffe entwickeln die Steirer ständig weiter. Bisher lohnt es sich nur für große Firmen.
„In der Steiermark wird allein aus dem kommunalen Restmüll eine Menge von rund 57.000 Tonnen abgetrennt, weil sie einen hohen Heizwert hat“, weiß Daniela Müller-Mezin, Obfrau der Fachgruppe Abfall- und Abwasserwirtschaft in der Wirtschaftskammer Steiermark.

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