Steirische Holländer fliegen auf zwei Rädern zum Training

So sieht der (autofreie) Alltag von Tobias Kainz (l.) und Daniel Geißler ín Holland aus. Das „Firmenrad“ ist für die beiden Ex-Sturmnachwuchstalente eine tägliche Routine. Ob das auch der Heerenveen-Klublegende Abe Lenstra (Statue in der Mitte) so gefalle

Vom Sturm-Nachwuchs nach Heerenveen – Daniel Geißler und Tobias Kainz ziehen Zwischenbilanz.

as fällt einem beim Stichwort Holland ein? Holzschuhe, Käse, Tulpen, Grachten? Die Grazer Fußballfans könnten sich aber auch an die Namen Daniel Geißler (16) und Tobias Kainz (17) erinnern. Die beiden ehemaligen Sturm-Nachwuchstalente haben vor einiger Zeit den Sprung von der Grazer U 15 zum niederländischen Club SC Heerenveen geschafft.
Kainz, der jetzt seine Schuhbänder bereits für die dritte Saison in Holland schnürt, erinnert sich noch genau: „Ein Jahr, nachdem ich hier angekommen bin, wollte meine Gastfamilie noch einen Fußballer aufnehmen. Zur Auswahl standen ein Grieche oder ein Grazer“, schmunzelt er. Dass es dann Geißler wurde, sehen heute beide als Glücksfall: „Als 15-Jähriger ist ein Wechsel ins Ausland wirklich nicht einfach, da hilft’s, wenn wer da ist.“ Da laut FIFA bis zum 16. Lebensjahr ein Erziehungsberechtigter anwesend sein muss, kam auch Papa Geißler mit nach Holland. „Den haben wir aber gleich in ein Appartement geschickt. Einleben und die Sprache lernen musste ja oberstes Ziel sein“, lacht Geißler heute.

Das „Firmenrad“

Sportlich lassen die beiden bei ihrer Zwischenbilanz gar keine Zweifel aufkommen: „So eine Entwicklung hätten wir in Österreich nie geschafft. Hier ist alles extrem professionell und trotzdem familiär.“ Unterschiede, die die beiden Steirer aber auch kulturell anständig zu spüren bekommen: „Man sollte wissen, dass der Straßenverkehr hier fast nur aus Fahrrädern und Wohnwagen besteht. Bei einem Heimspiel kommen von den 25.000 Fans sicher mindestens 15.000 mit dem Rad ins Stadion“, bestätigt Geißler jegliche Klischees und fügt hinzu, „deshalb bekommen auch Nachwuchsmannschaften bis zu den Amateuren vom Verein kein Auto, sondern ein Rad – ein Firmenrad quasi.“ Hastiger Nachsatz von Kainz: „Trifft sich nicht gerade toll, denn hier regnet es ja so unglaublich oft.“

Heimaturlaub, der keiner ist

Doch nicht nur das Radeln ist den beiden als Hobby „aufgezwungen“ worden, auch das „Fernlernen“ bleibt nicht aus. „Eigentlich gehen wir ja in Weiz in die HAS“, schmunzeln sie, „jetzt drücken wir halt großteils über Computer die Schulbank und kommen nur für Prüfungen nach Hause.“ Heimaturlaube sind eindeutig unter Arbeit einzustufen: „Bis auf Weihnachten und die Sommerferien kommen wir meist nur für Nationalteameinsätze und Schulprüfungen nach Hause.“ Und das Auffallendste? „Da fahren wieder überall schöne Autos herum ...“

 auf anderen Webseiten Facebook Twittern Senden
2 Kommentare zum Beitrag
1.718
Alfred Pracher aus Sankt Stefan ob Leoben am 24.09.2010 um 01:30 Uhr  
22
Cheap Oakleys Oakleys aus Admont am 11.08.2011 um 02:29 Uhr  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.