Gratkorner Gene als Rezept

Martin Ehrenreich „jagt“ Patrick Wolf. „Er gibt mir immer gute Anweisungen, coacht mich sehr gut“, erklärt Wolf das „blinde Verständnis“. (Foto: GEPA)

Martin Ehrenreich und Patrick Wolf – zwei
„Neo-Freunde“ wollen mit Sturm heute aufsteigen.


Es läuft nicht so, wie man es von einer Meistermannschaft gewohnt ist. Der SK Sturm ist zurzeit lediglich ein laues Lüfterl, in der Liga gibt es – auch wenn das nur eine Momentaufnahme ist – die „rote Laterne“, die Spiele haben bisher alles andere als von den Sitzen gerissen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Wenn es den einen oder anderen positiven Punkt zu erwähnen gibt, dann ist das neben der tollen Form von Tormann Christian Gratzei wohl auch die rechte Seite, die in den letzten Spielen aufgefallen ist und sich vielleicht still und heimlich zu einer kleinen „Waffe“ entwickeln könnte: Martin Ehrenreich als rechter Außenverteidiger, Patrick Wolf als rechter Mittelfeldflitzer – beide wieselflinke, geradlinige Spieler. „Nur ist er in der Defensive besser und ich in der Offensive – deswegen spielt er hinten und ich vorne“, lacht Wolf. Dankeschön für diese großartige Analyse ...
Obwohl beide beim FC Gratkorn groß wurden und von dort aus den Sprung in die Bundesliga geschafft haben, gespielt haben sie nie gemeinsam. „Als ich 2005 zu Gratkorn kam, wechselte Patrick gerade nach Ried. Kennengelernt haben wir uns erst Jahre später bei einem Gaude-Eishockeyspiel. Damals wollten wir beide auf einen Puck fahren und sind brutal zusammengekracht. Der Puck blieb in der Mitte liegen ...“, erzählt Ehrenreich. Seit Wolf bei Sturm kickt, verstehen sich die beiden aber blendend, nicht nur auf dem Fußballplatz. „Es kann schon vorkommen, dass wir gemeinsam mit unseren Frauen essen gehen“, erklärt Wolf und lässt eine seiner „Wuchteln“ raus: „Vielleicht sind es ja die Gratkorner Gene, warum wir so gut harmonieren.“ Wobei der 30-Jährige betont: „Es ist generell wichtig, dass sich Spieler in einer Mannschaft gut verstehen. So kommt man auch leichter aus einer Krise wieder raus.“

Keine Krise, „schlechter Start“

Wobei Wolf gar nicht von einer Krise reden will, sondern vielmehr von einem „schlechten Start“: „Die hohe Belastung durch Spiele, Trainings und die vielen Reisen ist nicht zu unterschätzen.“ Da stimmt auch Ehrenreich zu: „Es ist schon sehr stressig und intensiv im Moment, auch wenn das viele nicht glauben. Ich komm nicht einmal mehr zum Gitarre spielen oder Rasen mähen ...“
Beide erwarten heute gegen Zestafoni (20.30 Uhr) auf jeden Fall ein brutal schweres Spiel, das alles abverlangen wird. „Aber wir wissen jetzt, wie sie spielen und wo ihre Schwächen sind“, so Ehrenreich. Wolf spricht dagegen ein Thema an, das zuletzt für viel Diskussionen sorgte – der (nun abgesagte) „Fanstreik“: „Wir wollen unbedingt aufsteigen, dazu brauchen wir aber die Unterstützung unserer Fans. Die Georgier müssen die Hose voll haben, wenn sie aufs Feld laufen. Also bitte kommt ins Stadion!“

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