Die Männer sind ab jetzt „zu haben“

Wer will mich? Die Handball-Herren (hier Michael Ernst) verkaufen Werbeflächen, die Damen rund um Katharina Prettenthaler, Sabine Stelzl (beide stehend), Barbara Fischer und Stefanie Krottmaier (beide sitzend) verlosen Plätze auf ihrem neuen roten Fansofa. Fotos: GEPA, KK

„Ich kaufe einen Spieler“ – der Grazer Handballersport geht in die Fan- und Sponsorenoffensive.

Wer will? Wer mag? Beim HC Shoppingcity Seiersberg gibt’s ab jetzt einzelne Spieler zu haben – zumindest für Sponsoren. „Rent a friend“ heißt die Aktion, bei der für jeweils eine Saison die Sponsorenfläche über der Rückennummer des Wunschspielers zur Verfügung steht. Preis: 2.000 Euro. „Und den ersten Paten habe wir schon“, freut sich Obmann Michael Schweighofer und schmunzelt, „Flügelflitzer Markus Schalk hat ab jetzt die Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl auf dem Rücken – da sollen natürlich auch sportlich echte steirische Schmankerln folgen.“ Für den Sponsor gibt’s neben der Präsenz auf dem Handballerrücken auch noch ein Extrazuckerl: Zwei Karten für alle Bundesliga-Heimspiele sind inkludiert.

Jung, sportlich sucht ...

Eine Sponsorenoffensive, die die Handballherren auch mit einer Aktion für Studenten ausweiten. „Österreichische Talente sollen mit einem Stipendiumangebot nach Graz gelockt werden“, erklärt Schweighofer. Der Plan sieht folgendermaßen aus: Momentan werden Sponsoren gesucht, die zum Beispiel für die Wohnung des jungen Handballers aufkommen. Man spekuliert auf die berühmten „zwei Fliegen mit einer Klatsche“: Mehr junge Spieler für den HC Seiersberg, leichtere finanzielle Perspektiven für die sportlichen Studenten. „Ich betone aber, dass diese Aktion immer an einen Studienerfolg gebunden ist. Die Sponsoren sollen sehen, dass da sowohl sportlich als auch in der Ausbildung was weitergeht“, verspricht Schweighofer.

Ab auf die rote Couch

Während die Herren also voll auf Sponsorenjagd gehen, sind die Damen gerade dabei, die Werbetrommel für eine volle Halle zu rühren. Beim Heimspiel am Samstag (17 Uhr) gegen das Team aus Innsbruck steht zwei Fans in der ASKÖ-Halle zum ersten Mal das rote „Fansofa“ zur Verfügung. „Sicher der gemütlichste Platz in der gesamten Spielstätte“, lacht Handballerin Birgit Wegscheider, „noch dazu gibt’s Brötchen und Prosecco – das volle Verwöhnprogramm also.“ Wer das Wohnzimmer-ambiente bei einem Spiel der SG Graz Holding Murpiraten auch einmal erleben will, der sollte auf Facebook der gleichnamigen Gruppe beitreten oder die Sportmannschaft „liken“ – danach entscheidet vor dem jeweiligen Heimspiel das Los. Und noch eine besondere Premiere gibt’s am Samstag: Zum ersten Mal wird das selbst gestaltete Jahrbuch der Handball-Ladys gratis ausgeteilt.

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