Aufschlag heuer ohne Ami-Power
Parkett statt Sand: Der Volleyballsport kehrt zurück in die Union-Halle.
Die Flip-Flops können Sie getrost in den Schrank stellen – ab jetzt dürfen das Damen- und das Herrenteam des UVC Graz mit einem etwas fahleren Winterteint wieder zu den Hallenschuhen greifen. Am Samstag schlagen die Herren zum ersten Bundesligaspiel (18 Uhr, Union-Halle) gegen Hypo Tirol auf. „Neo-Grazer“ Peter Eglseer nimmt den Brocken gleich zu Saisonbeginn mit Humor. „Wir haben eigentlich keine Chance. Und die müssen wir nützen. Wie im Fußball, wenn Österreich gegen Deutschland spielt.“
Der Mittelblocker, der vorige Saison noch in Enns gespielt hat, trifft in Graz nun auch in der Halle auf seinen Beachpartner Felix Koraimann. „Der gemeinsame Sommer im Sand hilft natürlich jetzt auch den Leistungen im Winter und umgekehrt“, schmunzelt der 21-Jährige, der in Graz schon bestens versorgt ist. „Meine Wohnung ist genau über der Halle, die Kollegen sind großartig und auch spielerisch kann man sich von uns einiges erwarten“, resümiert Eglseer, an dessen Seite Stefan Uhmann die UVC-Einkaufsliste vervollständigt.
Einer, der „anders“ ist
Der deutsche 2,14-m-Riese, der als Beachvolleyballer schon auf der World-Tour gespielt hat, springt als Legionär in der Grazer Volleyball-Landschaft komplett aus der Reihe. Denn sowohl bei den Damen als auch bei den Herren haben sich die amerikanischen Importe der letzten Saison verabschiedet – beim UVC regiert nun eindeutig der sportliche Patriotismus.
Eine rot-weiß-rote Welle, die sich bei den Damen in Person von Ex-Nationalteamspielerin Daniela Frankhauser und der Außenangreiferin Anita Egger zeigt. Letztere wird auf ihren ersten Aufschlag aber noch länger warten müssen als bis zur Heimpremiere am 8. Oktober. „Nach zwei gebrochenen Fingern im Mai und Juni und einem Bandscheibenproblem im Oktober ist es jetzt der Meniskus“, seufzt Egger, „ich will im November wieder fit sein und dann schließe ich mit diesem Horrorjahr ab.“ Trotzdem darf die 31-Jährige und zweifache Mama stolz auf sich sein, denn nach nicht weniger als acht Jahren „Auszeit“ hat sie wieder den Sprung in die Bundesliga geschafft. „Heuer habe ich mir einfach gedacht: ,Wenn nicht jetzt, dann nie mehr‘“, schmunzelt die Ehefrau von Gratkorn-Kicker Bernd Windisch.
Ein „M“ als Hingucker
Doch nicht nur personell wurde bei den Grazer Teams aufgestockt, auch optisch darf man sich auf einen „Fast-Food-Aufputz“ freuen. Wer den Herren auf die Oberschenkel und den Damen auf den knackigen Hintern blickt, wird in dieser Saison ein großes gelbes „M“ zu sehen bekommen. Hoffentlich können die Zuseher heuer dann auch sportlich dem Mc Donalds-Werbespot zustimmen: „I’m lovin’ it!“
