Alle in Porto – einer in Kalifornien
Während seine „Kücken“ um Beach-Medaillen kämpfen, wirft der Trainer am anderen Ende der Welt mit Disc-Scheiben.
Einen Fußballtrainer trennen meist nur ein paar Zentimeter von seinen Schützlingen auf dem grünen Rasen – beim Beachvolleyball kann die „Coachingzone“ dagegen schon einmal über 9.000 Kilometer reichen. Während Sebastian Tatra in Santa Cruz (Kalifornien) die Scheiben in der Disc-Golf-WM fliegen lässt, wollen seine BVC-Graz-„Beachvolleyball-Kinder“ Lena Plesiutschnig mit Katharina Schützenhöfer, das Duo Felix Koraimann/Peter Eglseer und der Grazer Christoph Dressler mit seinem Partner Lorenz Petutschnig in Porto (Portugal) bei der U-23-EM ein Wörtchen um Medaillen mitreden.
Amerika: Dabei sein ist alles
Werfen wir zuerst einen Blick auf den amerikanischen Kontinent: Tatra wird dort als einziger Österreicher die rot-weiß-rote Flagge hochhalten. Trotzdem gibt er zu: „Dort gibt’s für mich nicht viel zu holen, ich bin in meiner Klasse unter den schlechtesten zehn. Ziel? Alles, außer dem letzten Platz“, lacht der Beach-Coach, der sich vom 8. bis zum 13. August mit über 400 anderen Disc-Golfern der Herausforderung Weltmeisterschaft stellen wird.
Europa: Die Welle des Erfolgs
Neun Stunden Zeitdifferenz, einen ganzen Kontinent und den Atlantik weiter östlich dreht sich die Welt vom 4. bis 7. August um einen kleinen Beachvolleyball. Den schlagen die BVC-Schützlinge zur U-23-EM in Porto auf. Ein Aufschlag, der im Medaillenjubel enden soll, wie sich die jungen Talente einig sind.
Die wortwörtliche Welle des Erfolgs wollen vor allem die Mädels auf ihrer Reise zum Atlantik ausnutzen. Plesiutschnig und Schützenhöfer ließen sich erst vor vier Tagen sensationell die Goldmedaille der U-20-Europameisterschaft in Tel Aviv umhängen – jetzt soll’s die nächste in der U-23-Kategorie geben. Der Coach ist überzeugt: „Ich sag’s ganz schlicht und einfach: Denen traue ich in der jetzigen Situation einfach alles zu.“
Aber auch die Herren sind nicht nur zum Daumendrücken dabei, was vor allem Koraimann betont: „Wir wissen von der U-21-Weltmeisterschaft aus dem Vorjahr, wie sich eine Bronzene anfühlt. Jetzt soll die nächste Medaille her.“ Gold und Silber gehören genauso „gefühlt“, was auch der Trainer bestätigt, der trotz seiner Mission Disc-Golf-Weltmeisterschaft halt selbst in Amerika noch seinem Job auf dem sandigen Untergrund treu bleibt: „Ich werde mir am kalifornischen Strand sicher ein paar Beach-Trainings anschauen“, plant Tatra, „vielleicht geht sich sogar noch ein Kaffee mit Olympiasieger Todd Rogers aus.“
