Politiker wechseln immer öfter
Die Politik ist ein hartes Pflaster. Wer sich da zurücklehnt oder auch nur einen Fehler macht, ist weg vom Fenster – und zwar schneller, als man denkt.
Zumindest ist das heute so. Früher, „in der guten alten Zeit“, sei auch das Politikerleben einfacher gewesen, hört man die „alten Hasen“ immer wieder sagen. Und tatsächlich, eines lässt sich nicht verleugnen: Die Karrieren unserer Volksvertreter standen in der Vergangenheit scheinbar auf einem wesentlich stabileren Fundament. Das zeigt ein Check der WOCHE. Wir haben nämlich nachgerechnet, wie sich die Durchschnittsamtszeit unserer Landesregierer im Lauf der Zeit verändert hat. Ergebnis: Sie wird kürzer und kürzer ...
Politiker, die in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts in der Steiermark in eine Regierungsfunktion gewählt wurden, hatten diese im Schnitt 21,5 Jahre inne. Ähnlich lang hielten die politischen Karrieren auch noch in den 70er-Jahren, hier liegt der Schnitt bei exakt 21 Jahren. Doch dann kam der große Bruch: In den 80er-Jahren sank die Durchschnittsamtszeit auf 9,9 Jahre, in den 90ern auf 8,7 Jahre und im ersten Jahrzehnt des neuen Millenniums gar auf 5,8 Jahre.
Keine Wunder, dass hier auch die kürzeste Amtszeit hineinfällt, und zwar jene von Magda Bleckmann. Ihre Ära als freiheitliche Landesrätin dauerte gerade einmal neun Monate. Die Ehre der längsten Amtszeit geht an Josef Gruber (SP). Er war von 1962 bis 1988 Mitglied der Regierung. Wie’s scheint, ein Rekord für die Ewigkeit ...
