Harvard kauft bei Uni Graz ein
Von wegen man kann mit Geschichte kein Geschäft machen: An der Karl-Franzens-Universität stehen derzeit namhafte Institutionen aus aller Welt Schlange. Gemeinsames Objekt der Begierde ist der von Manfred Mayer am Forschungszentrum „Vestiga“ für mittelalterliche Handschriften entwickelte „Traveller TCCS 4262“ – eine tragbare Digitalisierungseinrichtung für historische Bücher.
50 Stück sind davon bereits über den Ladentisch gegangen. So zum Beispiel ans Londoner National History Museum oder ans Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Sie alle leisteten sich die 7.000 Euro teure Eigenentwicklung aus Graz gerne. Denn: „In vielen Fällen würde das sensible Schriftgut einen Transport nicht überstehen“, so Mayer.
Doch damit ist die Erfolgsgeschichte nicht zu Ende. Der Traveller hat auch noch einen großen Bruder, eine stationäre Digitalisierungseinrichtung, die speziell für großformatige mittelalterliche Codices entwickelt wurde. Diese wird ebenfalls in Graz produziert, kostet 20.000 Euro und wird von zahlreichen wissenschaftlichen Kapazundern verwendet: der Harvard University, der British Library und der Bayerischen Staatsbibliothek – um nur einige zu nennen. Mayers Entwicklung wurde hier zur Digitalisierung der weltweit ältesten noch erhaltenen Bibel- und Homer-Texte herangezogen.
