,Gut behütet‘ hat lange Tradition
Graz hat wieder´2-Hauben-Lokale – darunter auch der traditionsreiche Kehlberghof.
Gourmetfans können aufatmen. Während im Vorjahr ein Aufschrei durch die Gastroszene ging, da Graz plötzlich ohne 2-Hauben-Lokal dastand, vergab der Gourmetguide Gault Millau für 2012 die Ehre gleich an vier Grazer Restaurants. Seit Jahren konstant gut behütet in der Bewertung der Kritiker zeigt sich dabei der Kehlberghof von Roswitha Puntigam und Vinzenz Gruber in Straßgang. „Wir haben 1995 aufgesperrt und schon kurz darauf eine Haube erkocht.“ Von damals bis heute haben die beiden Gastronomen mindestens immer eine Haube getragen und zählen somit zu den traditionsreichsten Haubenrestaurants der Steiermark.
Lust oder Last?
Zweimal im Laufe der Jahre hat der Kehlberghof von zwei Hauben eine einbüßen müssen, sich die doppelte Auszeichnung aber immer wieder zurückerkämpft. Wie schwer ist es, eine Haube abzugeben? „Wir haben das Glück, dass wir zu 80 Prozent Stammgäste haben. Die haben sich dann eher gewundert, dass wir eine verloren hatten.“ Heuer durfte wieder gefeiert werden. Die im Vorjahr verlorene zweite Haube gab es nun wieder. „Kurz nach sechs Uhr in der Früh haben wir schon die ersten Gratulations-SMS bekommen. Wenn man schon etabliert ist, tut der Verlust nicht so weh. Für junge Lokale ist das schon schwieriger“, erklärt Gruber, der als Koch eher untypisch für die Haubengastronomie ist. „Ich will keine Show machen und stehe lieber im Hintergrund.“ Dass er unter anderem bei Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann gelernt hat, lässt er sich auch erst nach einem langen Gespräch entlocken. „Gut kochen und dass die Gäste sich wohlfühlen. Das ist wichtig.“ Und das ist auch so – vom Landwirt bis zum Aufsichtsratsvorsitzenden.
(Foto: Martin Wiesner)
