Ansichtssache

Laissez-faire ist nicht fair

Eigentlich gilt das Rauchverbot in Lokalen bereits seit 1. Jänner 2009. Im Sinne einer realisierbaren Befolgung des Wischiwaschi-Gesetzes hat man den Gastwirten allerdings eine Schonfrist bis

1. Juli 2010 eingeräumt. Mittlerweile müssen sie in Lokalen mit mehr als 50 Quadratmetern Raucher und Nichtraucher auseinandersperren. Nur die Besitzer kleiner Gaststätten dürfen frei entscheiden, ob sie ein Raucher- oder Nichtraucherlokal führen wollen. Das ist nicht nur Diskriminierung, sondern willkürliche Gesetzgebung unter vorsätzlicher Missachtung des Gleichheitsgrundsatzes.

Neben sozialrechtlicher

Illegitimität ist das Gesetz auch an Idiotie nicht zu übertreffen. Die Behörden sollen die Einhaltung des Gesetzes nur im Falle einer Anzeige überprüfen. Wahrscheinlich ist eine von der Regierung in Auftrag gegebene Fallstudie über das Verhalten zwischen Privatsheriffs und unkooperativen Bürgern der eigentliche Grund des Gesetzes. Das ist zwar nur eine Verschwörungstheorie, Feindseligkeiten werden mit diesem Laissez-faire-Gesetz aber hundertpro heraufbeschworen.

Gut, dass ich vor sechs Monaten einen wunderschönen Grund gefunden habe, dem Glimmstängel nach 21 Jahren abzuschwören. So konnte wenigstens ich mich rechtzeitig aus der hässlichen Seilschaft unmündiger Marionetten der Legislative befreien.
heimo.potzinger@woche.at

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