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02.02.2010 13:28 Uhr

Neue Hymne fürs Steirerland

Nach der Diskussion um die Bundeshymne ist nun auch eine Debatte um die Landeshymne entbrannt.

Dachstein Hymne - Der Dachstein: Ein grandioser Anblick, der sich genauso wie die Landeshymne seit Urzeiten nicht geändert hat. (Foto: Steiermark Tourismus)
Der Dachstein: Ein grandioser Anblick, der sich genauso wie die Landeshymne seit Urzeiten nicht geändert hat. (Foto: Steiermark Tourismus)


Mit ihrer Popversion der Bundeshymne, die Österreich nicht nur zu einer Heimat großer Söhne, sondern auch zu einer Heimat großer Töchter macht, hat Christina Stürmer für jede Menge (medialen) Wirbel gesorgt. Eine kleine Textänderung, die jetzt auch große Auswirkungen auf die Steiermark hat.
Hierzulande wird die Debatte nämlich von den Grünen zum Anlass genommen, eine neue Landeshymne einzufordern. Begründung: Das im Jahr 1844 von Jakob Dirnböck und Ludwig Karl Seydler geschriebene „Dachsteinlied“ sei nicht mehr zeitgemäß, wie der Grüne Landtagsspitzenkandidat Jörg-Martin Willnauer betont: „Über 80 Jahre nach dem Ende der Monarchie müssen wir nicht mehr die damaligen Grenzen von der Save bis zur Drav besingen. Es wird Zeit für einen neuen Text“, so Willnauer.
Und den gibt es für die Grünen bereits. Der Sängerbund habe in jüngster Vergangenheit einen „guten“ Vorschlag erarbeitet, in dem nicht mehr die jodelnde Sennerin und der „Adler“ statt des „Aars“ besungen werden (siehe Info unten).
Den Grünen ist es jedenfalls ernst. Sie wollen die entsprechende Abänderung der Hymne bereits in den nächsten Tagen im Landtag beantragen.

Das Dachsteinlied:

Landeshymne ALT:

• Strophe 1: Hoch vom Dachstein an, wo der Aar noch haust, bis zum Wendenland am Bett der Sav‘ und vom Alptal an, das die Mürz durchbraust, bis ins Rebenland im Tal der Drav‘.
• Refrain: Dieses schöne Land ist der Steirer Land, ist mein liebes teures Heimatland, dieses schöne Land ist der Steirer Land, ist mein liebes, teures Heimatland!
• Strophe 2: Wo die Gemse keck von der Felswand springt und der Jäger kühn sein Leben wagt; wo die Sennerin frohe Jodler singt am Gebirg, das hoch in Wolken ragt.
• Strophe 3: Wo die Kohlenglut und des Hammers Kraft, starker Hände Fleiß das Eisen zeugt wo noch Eichen stehn, voll und grün von Saft die kein Sturmwind je noch hat gebeugt.
• Strophe 4: Wo sich lieblich groß eine Stadt erhebt hart am Atlasband der grünen Mur, wo ein Geist der Kunst des Wissens lebt, dort im hehren Tempel der Natur.

Landeshymne NEU:

• Strophe 1: Hoch vom Dachstein an, wo der Adler haust, bis zum Hügelland an Thermen reich. Und vom Alptal an, das die Mürz durchbraust, bis ins Rebenland, was kommt dem gleich?
• Refrain: Dieses schöne Land ist mein Steirerland, ist mein liebes teures Heimatland, dieses schöne Land ist mein Steirerland, ist mein liebes teures Heimatland.
• Strophe 2: Wo sich lieblich groß eine Stadt erhebt, hart am Altlasband der grünen Mur. Wo ein Geist der Kunst und des Wissens lebt, dort im hehren Tempel der Natur.
• Strophe 3: Menschen jung und alt leben hier beinand, teilen Freud und Leid und Arbeitszeit, Freundschaft wird gelebt, Freiheit anerkannt, Liebe, Achtung und Gemeinsamkeit.

Dieser Neuentwurf der Landeshymne kommt vom Sängerbund. Weitere Textvorschläge findet man unter http://stsb.chormusik.at/de/hymneneu.php.

Autoren: mario.lugger@woche.at, lissi.steiner@woche.at

anton panek
12.02.2010, 21:08
mir fehlen die worte, das dachsteinlied ist und bleibt die landeshymne :die grünen wenn es dem so ist sollen sich um andere dinge kümmern
Max Fink, Feldkirchen
04.02.2010, 07:26
Habt Ihr keine anderen Sorgen? Lest einmal den Text der Marseillaise! Die ist auch nicht mehr zeitgemäß. Jeder Franzose würde Euch an die Gurgel gehen, wenn Ihr ihm zumutet, den Text zu ändern. Eine Hymne ist kein Kleidungsstück, das man nach Lust und Laune wechselt. Abgesehen davon - es gibt auch in Slowenien noch immer einen Teil der "Steiermark" heißt - unabhängig von der Staatsgrenze. Kümmert Euch lieber um wichtigere Dinge!
S. Roger
06.02.2010, 14:42
 
Re: la marseillaise
Ich bin Französisch und ich kann Ihnen versichern, dass den Worten der Marseillaise auch von vielen in Frage gestellt werden Französisch. Modernisierung der die Worte der Hymne ist etwas, dass jedes Land von Zeit zu Zeit tun sollen. Um die Hymne spiegelt die besten Werte und die Kultur seines Landes wie sie ist und nicht, wie es war vor Jahrzehnten noch vor einigen Jahrhunderten. (Ich spreche nur wenig deutsch, und ich hoffe, mein Text ist verständlich)
Tanja Weilguny
03.02.2010, 10:09
Die Hymne ist nicht ZEITGEMÄß
1) Zeitgemäße gesellschaftliche Themen, die einer Lösung bedürfen sind die steigende Jugendkriminalität, die (Jugend-) Anmutslosigkeit oder die steigende Armut und nicht, ob der Adler nun Aar heißt oder nicht! 2) Die Landeshymne – ist sie nun 100 oder 200 Jahre alt – ist Teil der steirischen Kultur und Tradition – ein kulturelles Erbgut, welches in 4 Strophen komprimiert die Schönheit und den Reichtum der Steiermark beschreiben versucht. Der Vorschlag des Sängerbundes relativiert meines Erachtens die Grundaussage der Landeshymne ohne die Vorzüge des Landes zu unterstreichen und schmückt Textpassagen mit allgemeinen Lückenfüllern des Reimes wegen aus ( zB…was kommt dem gleich). Außerdem beschränkt er sich nicht auf die Gesamtheit und Struktur der Steiermark sondern auf spezielle Regionen und Bezirke, wonach er insbesondere die 2. Strophe einer Stadt widmet und Graz als „Geist der Kunst und des Wissens“ hervorhebt - wo bleiben die anderen Städte, wenn man schon punktuell und regional Vorzüge erwähnen möchte? 3) Hinsichtlich Zeitgemäßheit der Wortwahl: Wer oder was verbirgt sich hinter dem hehren Tempel der Natur? Kulturelles Erbe bedarf meines Erachtens keiner Modernisierung – Häuser unter Denkmalschutz werden auch nicht abgerissen. Die Politik sollte sich um Themen kümmern, die für die Gesellschaft einen positiven Nutzen erbringen!
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