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02.02.2010 13:25 Uhr

Rückhaltebecken im Wartesaal

Zu niedrige Angebote: Für Rückhaltebecken-Bau in Weinitzen fehlt das Okay von zwei Grundbesitzern.

Weinitzen - Grabner (l.) und Korber vor dem Haus, welches Rückhaltebecken im Weg steht.
Grabner (l.) und Korber vor dem Haus, welches Rückhaltebecken im Weg steht.

Halb Andritz stand im vergangenen Sommer unter Wasser. Der Baubeginn des Rückhaltebecken in Weinitzen scheint derzeit dennoch in weiter Ferne zu liegen. Denn zwei Bewohner von Weinitzen, deren Grundstücke abgelöst werden müssten, legen sich quer. Einer davon ist Wolfgang Grabner, der die Interessen seiner Schwiegermutter vertritt. Die besitzt nahe des geplanten Beckens ein 2.000 Quadratmeter großes Grundstück samt (abbruchreifem) Haus darauf.
Grabner wurden 6,30 Euro pro Quadratmeter Wiese angeboten. Josef Korber, Gemeinderat der Liste „Wir für Weinitzen“, weiß freilich: „Am Gabriachbach in Andritz hat die Stadt 20 Euro bezahlt!“ Grabner, dem seitens des Landes bereits mit Enteignung gedroht wurde, will eine Aufbesserung seiner Ablöse. „Mir ist klar, dass Graz dieses Rückhaltebecken braucht. Ich will mich keineswegs bereichern, aber eben annähernd gleich viel bekommen, wie man in Andritz bezahlt hat.“ Ein Enteignungsverfahren könnte das Projekt mehrere Jahre verzögern ...
Auch die Unterschrift von Franz Jauk fehlt noch. Er müsste 8.000 Quadratmeter verkaufen – auch ihm wurden 6,30 Euro für den Wiesenquadratmeter und zwei Euro für den Quadratmeter Wald geboten. Für letzteren gab es im Bereich Gabriachbach 15 Euro. Für den Wald bot man ihm einen Tausch mit einem der Stadt Graz gehörenden Forstbesitz im Annagraben an – „nur ist da schon ziemlich viel abgeholzt“, schüttelt Jauk den Kopf.
„Die Stadt ist zwar der Bauherr, die Preise für die Ablösen legt aber das Land mithilfe gerichtlich beeideter Sachverständiger fest. In Andritz hat es sich um Bauland gehandelt, das ist hier nicht der Fall“, stellt Thomas Rajakovics, Sprecher von Bürgermeister Siegfried Nagl, klar. Und: „Es kann nicht sein, dass hier versucht wird, sich eine goldene Nase zu verdienen!“
Korber lässt dennoch nicht locker. „Im Fall Grabner beträgt die Differenz zwischen Angebot des Landes und dem Wunschpreis der Besitzer gerade mal zwei Monatsgehälter des Bürgermeisters. Die könnte er doch auslegen ...“
Autor: dieter.demmelmair@woche.at

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