Filmland Kärnten: Kino im Keller - 1. Akt: Die Independents
Feldkirchen in Kärnten: filmwerkstatt | Ein Blick in das Programm der Kärntner Kinos zeichnet ein düsteres Bild. Es dominiert der us-amerikanische Blockbuster-Film, ein Eventmovie, als einzige, allerdings unbrauchbare, Antwort des Kinos auf die übermächtige Konkurrenz der elektronischen Massenmedien. Filme aus Österreich sind die Ausnahme und mit einem Anteil von 6 % am nationalen Markt, (2008) 2,5 % (2007), der übermächtigen us-amerikanischen Konkurrenz hoffnungslos unterlegen. Filme aus Kärnten sind im „nicht messbaren“ Bereich. Die FAFO listet für das Kinojahr 2008 zwei Filme einer Kärntner Filmproduktionsfirma in den Charts. Beide Filme sind von der Öffentlichkeit in Ktn. nicht wahrgenommen, bzw. in Ktn. nicht aufgeführt worden. Ein Schicksal, das sie übrigens auch mit dem Hollywoodfilm „In einer dunklen Nacht“ (USA 1992) mit Michael Douglas teilen, der im Rosental gedreht, jedoch nicht in Ktn. aufgeführt wurde.
Trotz dieser tristen Möglichkeiten einen Film in Ktn. aufführen zu können, wurden und werden immer wieder Filme in Ktn. hergestellt, meist außerhalb der Industrie, sofern diese in AUT überhaupt existiert, bzw. des öffentlichrechtlichen Fernsehens. Film, das ist eine teure Kunstform, ein, an sich industrielles Medium, das einen hohen Einsatz an Kapital, menschlicher Kreativität und Arbeitskraft erforderlich macht. Daher konzentriert sich die Herstellung von Filmen meistens auf die Ballungszentren von Großstädten, in denen Kapital, eine breite Ansammlung von Autoren, Filmschaffenden, Darstellern und Abspielmöglichkeiten zu finden ist. Beide Voraussetzungen sind in Ktn. nur bedingt zu finden. Weiters wird der Zugang zur Filmherstellung hierzulande durch einen wertkonservativen, reaktionären und überholten „akademischen Kunstbegriff“ erschwert. Filme machen soll nur der, der eine, meist staatlich kontrollierte Ausbildung durchlaufen hat. Fördermittel in der Spielfilm- und Dokumentarfilmproduktion mit einer abendfüllenden Länge wird von den staatlichen Forderinstitutionen (ÖFI ) ausschließlich an konzessionierte Unternehmen und an Personen vergeben, die einen beruflichen Befähigungsnachweis erbringen können.
Filme, die in Ktn. entstehen, sind daher entweder a) TV-Filme, der etablierten Firmen Lisa-Film oder Graf-Film, die mit gepflegtem Kunsthandwerk den bundesdeutschen Primetime-TV-Sendern Unterhaltung für ein Millionenpublikum liefern. Oder b) Independentfilme, die außerhalb des gängigen Systems von nationaler und regionaler Filmförderung, oder des öffentlichrechtlichen TVs hergestellt werden.
Ist das denn überhaupt möglich?
Ist es!
