Angst um Sicherheit der Kinder

Helmut Kos, Leiter der Volksschule II, möchte die Türen für die Schüler offen halten.

Die Beaufsichtigungspflicht der Schüler vor Unterrichts-beginn ist eine gesetzliche Grauzone. Licht ins Dunkel fordert man in Feldbach.

Es ist eine Verzweiflungstat – ich hoffe, dass wir eine gemeinsame Lösung finden“, seufzt Helmut Kos, Direktor der Volksschule II in der Gleichenbergerstraße in Feldbach. Eben hat der Schulleiter einen Brief an die Eltern seiner 222 Schützlinge versandt und darin verkündet, dass das Gebäude ab Mai statt wie gewohnt um 6.45 Uhr erst um 7:30 Uhr seine Pforten öffnet. Grund: die bislang ungeregelte Beaufsichtigung der Kinder vor Unterrichtsbeginn. „Laut Schulunterrichtsgesetz sind die Lehrer 15 Minuten vor Unterrichtsstart für die Beaufsichtigung verantwortlich. Allerdings treffen die meisten Schüler schon früher mit dem Bus ein. Gemäß einer Zählung kommen 56 Kinder um 7.15 an, 133 bis 7.30 Uhr. Geht es nach dem Gesetz, bin ich nicht befugt, jemanden in der Zeit davor einzuteilen – übernimmt jemand freiwillig die Aufsicht, haftet er mit seinem Privatvermögen“, so Kos verzweifelt.

Grauzone abdecken

Er wünscht eine eindeutige Lösung durch den Gesetzgeber bzw. lädt Eltern und die betroffenen Gemeindeverantwortlichen aus Feldbach, Mühldorf und Leitersdorf zum Krisengipfel, um an einer Lösung zu feilen. „Das Gesetz ist sehr schwammig, der Graubereich muss abgedeckt werden“, so sein klares Resümee.
„Man kann nicht mehr ruhig schlafen – es muss was passieren“, bereitet der juristische Status Quo auch Andreas Schmidt, Klassenlehrer der 3B gehöriges Bauchweh. „Die Eltern haben das Recht, dass ihre Kinder gut beaufsichtigt werden. Wenn sich die Kinder im Gebäude aufhalten, ist es einfach viel sicherer. Ich wäre prinzipiell bereit, früher anwesend zu sein, aber momentan ist das gesetzlich nicht gedeckt“, erklärt der Pädagoge, der hinter der Notlösung seines Chefs steht.
Verständnisvoll zeigt sich auch die Elternvertretung: „Unterm Strich wollen wir, dass unsere Kinder gut versorgt sind. das Problem ist einfach jenes, dass aktuell niemand die Haftung übernimmt. Es kann nicht sein, dass jeder sagt, das geht mich nichts an“, argumentiert Eva Voves, stellvertretende Obfrau des Elternvereins bzw. Mutter zweier betroffener Kinder.
Verwundert ob der großen Sorge gibt sich die Direktorin der Volksschule I in Feldbach Elisabeth Anagnostopoulos: „Ich sehe kein Problem – bei uns sind nicht so viele Kinder. Wir sperren kurz vor sieben auf.“ „In anderen Schulen funktioniert das. Als Schulerhalter ist es uns untersagt, die Aufsichtspflicht zu übernehmen“, so Ortschef Kurt Deutschmann vonseiten der Politik.

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