Wenn schon nichts, dann wenigstens frei

Redaktionsleiter Heimo Potzinger

Ungarn ist das beste Beispiel für mangelhafte, respektive fehlende Integration in die EU. Das Land gaukelte seinen Einwohnern von Anfang an westlichen Standard vor. Mit EU-Geldern ließen eingesetzte Investoren Einkaufszentren aus dem Boden stampfen, in denen sich die Menschen auf Pump Luxus von der Stange kauften.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis das Kreditkartenhaus in sich zusammenfällt. Gleich wenig wie seine Menschen ist Ungarn reif für die – zugegeben nicht weniger vorgegaukelte – europäische Wirtschaftsunion. An Ungarns Misere sind freilich auch österreichische Investoren und Banken schuld.
Für Faymann könnte sich eine gute Chance auftun, nämlich sich stellvertretend für uns alle von der Mittäterschaft seines Landes loszusprechen – und zwar indem er als Gegenleistung für die EU-Notkredite an Ungarn den Rücktritt von Viktor Orbán verlangt. Dann bringt unser Geld unseren Nachbarn wenn schon vermeintlich nichts, dann wenigstens fürwahr die Freiheit.

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