Sie werden ihn heiraten können
Wenn Sie diese Zeilen lesen, werden auch die letzten steirischen Wahlkarten ausgezählt sein. Viel wird sich allerdings nicht geändert haben. Das 23. Mandat der SPÖ wird gehalten haben. Eine Ehe zwischen Sozialdemokraten und Freiheitlichen ist dann zumindest rein rechnerisch möglich. Rein vom Gefühl her wird die Gesprächsbereitschaft von Franz Voves wohl eher in die Kategorie Heiratsschwindel fallen. Die Schmetterlinge im Bauch lösen beim Gedanken an ein rot-blaues Techtelmechtel jedenfalls bei mir allenfalls Brechreiz aus.
Voves will sich erst nach der Wien-Wahl festlegen, mit wem er unter die Decke kriechen wird. Zu beneiden ist er freilich nicht. Für einen Kuschelkurs mit Hermann Schützenhöfer wurde in den vergangenen gemeinsamen Jahren einfach zu viel Porzellan zerschlagen. Aus einem Seitensprung mit Gerhard Kurzmann würde seine große SPÖ-Familie wohl gleich ein Affäre machen. Da hat es Michael Häupl in der Bundeshauptstadt schon um vieles leichter. Er würde trotz Abschiednahme vom geliebten Junggesellendasein auch in einer frischen Beziehung die Hosen anbehalten.
Bei all der Wahlarithmetik und Brautwerberei und trotz ungenügender Optionen am Heiratsmarkt bleibt zu hoffen, dass Franz Voves den Freiheitlichen am Ende sagt: Ihr könnt’s mich heiraten!

Sehr geehrter Herr Potzinger,
lieber Heimo!
Vorweg: Ich bin absolut kein "Freiheitlicher". Und ich glaubte bisher, dass die Woche ein objektives Wochenblatt ist.
Was ich aber sicher weiß ist, dass das Wort "Brechreiz" in einem Kommentar des Chefredakteurs in Zusammenhang mit einer politischen Partei rein gar nichts verloren hat. Von einem Chefredakteur erwarte ich mir Objektivität in der Berichterstattung, in der persönliche Befindlichkeiten und die politische Einstellung hinten an zu reihen sind.
Fakt ist, dass nach dieser Kolumne an ihrer Objektivität sehr stark und laut gezweifelt werden darf. Kämen diese Zeilen von einem Pressemitarbeiter einer Partei, wäre das eine andere Sache.